Tagesanbruch von t-online

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00:00:01: Krieg in der Ukraine, Konflikte im Nahen Osten.

00:00:04: Krise in der Wirtschaft und die Politik verliert sich im Klein-Klein statt echte Lösungen anzupacken.

00:00:09: Wer Nachrichten schaut bekommt schnell das Gefühl Die Welt steht am Abgrund.

00:00:13: Aber ist es wirklich so?

00:00:15: Oder ist es nur die negative Berichterstattung die diesen Eindruck vermittelt?

00:00:19: sind es alarmistische Überschriften die einfach mehr Aufmerksamkeit mehr Klicks bringen?

00:00:23: Und welchen Anteil haben Medien an der Politikverdrossenheit vieler Menschen?

00:00:28: Darüber möchten wir mit einem Mann sprechen, der wie kaum ein anderer für aktuelle Berichterstattung steht.

00:00:33: Er ist stellvertretender Chefredakteur der Bildzeitung Global Reporter bei Welt, Podcaster Buchautor TV Gesicht und Kriegsreporter.

00:00:41: Paul Ronsheimer schön dass du da bist!

00:00:42: Vielen Dank für die Einladung

00:00:44: Und ich begrüße Florian Harms.

00:00:45: Hallo Florian

00:00:46: Ich freue mich auch.

00:00:47: hallo

00:00:48: Ich bin Christin Brauer und führe sie durch dieses Gespräch.

00:00:55: Paul, wenn du den Vorwurf hörst Medien würden ständig übertreiben.

00:00:59: Krisen größer machen als sie sind und vor allem Negatives berichten was antwortest du darauf?

00:01:05: Ich antworte darauf dass wir erst einmal das Berichten was wir auch selbst interessant finden spannend finden relevant finden und das ich würde sagen natürlich Journalisten grundsätzlich erstmal in ihrer ganzen Geschichte die Fehler oder die Probleme aufdecken wollen.

00:01:26: Jetzt nicht immer im großen Sinne des investigativen Journalismus, des Aufdeckungsgemeins sondern im Sinne von was funktioniert da eigentlich nicht und wie kann es besser werden?

00:01:39: Was die Kritik angeht dieses zweite da also Wie kann das besser werden und welche Lösung gibt es dafür?

00:01:45: Das kommt manchmal zu kurz Da würde ich dir zustimmen

00:01:49: Florian, was entgegnest du?

00:01:51: Ich glaube und deshalb fand ich deine Antwort gerade so interessant Paul.

00:01:55: Dass es unsere Aufgabe als Journalisten ist erst mal zu berichten, was geschieht.

00:02:01: also quasi der puristische Ansatz wir schauen raus in die Welt und dann haben wir die Aufgabe einem großen Publikum zu sagen das geschieht gerade.

00:02:10: Ich war früher beim Spiegel.

00:02:11: da steht der große Satz von Rudolf Olkstein an der Wand Sagen Was Ist häufig auch überhöht worden, aber ich glaube das ist die Grundaufgabe dann einzuordnen und zu erklären.

00:02:22: Und zu analysieren, Stimmen zu holen und dann möglicherweise noch zu kommentieren.

00:02:28: Das gelingt mal besser, mal schlechter.

00:02:30: Aber in einer Welt, die von permanenten Krisen geprägt ist müssen wir natürlich auch über diese Krisen berichten und da nehmen die einen großen Teil unserer Berichterstattung ein.

00:02:39: Dann reden wir doch mal über eine Berichterstattung, die in den letzten beiden Wochen hohe Wellen geschlagen hat.

00:02:45: Vielleicht wisst ihr schon was ich meine Friedrich Merz und Hendrik Wüst?

00:02:49: Es gab Gerüchte in der CDU dass man den Kanzler austauschen wolle.

00:02:53: Paul erzähl uns doch mal und unseren Zuhörern wie kommt so eine Geschichte zustande?

00:02:58: Ja wirklich eine sehr spannende Geschichte Und auch in einer medialpolitischen Diskussion sehr spannend.

00:03:05: also Ich kann jetzt Mal aus meiner Perspektive oder unserer Perspektiven berichten.

00:03:10: Ich habe, es war Fink's Montag glaube ich die Sternrecherche dazu gelesen wobei sich diese Recherche auf wenige Zeilen konzentrierte dass das in der CDU diskutiert werde.

00:03:25: Ich muss dazusagen dass ich in den Wochen davor also vier bis sechs Wochen mindestens bereits Teile davon gehört hatte, selbst aus der Union.

00:03:36: Ich war lange Zeit selbst politischer Berichterstatter.

00:03:40: Als das passierte haben wir zwei Dinge gemacht.

00:03:42: Das eine war ich habe einen Podcast aufgenommen mit Gregor Peter Schmitz und das andere war dass Wir unsere eigenen Recherchen die schon stattgefunden hatten noch einmal verstärkt Haben uns zwar rein in die cdu aber nicht nur rein in Die cdu sondern auch in die spd.

00:03:59: das Ergebnis war dass Und ich habe selbst recherchiert mit Kollegen.

00:04:05: Tatsächlich in höchsten CDU-Kreisen, da spreche ich von CDU-Spitzenpolitikern, Ministerpräsidenten Szenarien diskutiert wurden die auch in diese Richtung gehen.

00:04:18: Das haben wir verifiziert wie man das im Journalismus macht verschiedene Quellen noch einmal abgeglichen.

00:04:24: Ich konnte sogar herausfinden dass mit einzelnen Personen der SPD auch bereits theoretisch darüber diskutiert wurde.

00:04:33: Das Problem bei so einer Recherche ist immer, ab wann ist sie relevant?

00:04:39: Ab wann ist es soweit das man sagen kann?

00:04:42: da findet gerade etwas in der CDU statt was auch für Deutschland relevant ist.

00:04:47: denn wenn zu einem jetzigen Zeitpunkt bereits wie es passiert über ein Bundeskanzler so diskutiert wird dann ist es relevant.

00:04:56: Deswegen haben wir es danach auch in Bild veröffentlicht.

00:05:00: Und es gab noch weitere Kollegen, FAZ glaube ich, auch Alicia Menken vom Fokus hatte da ging's eher um die Polenreise aber auch schon um Hendrik Wüst berichtet und wir sind dann detaillierter geworden.

00:05:12: das war so Dienstag Mittwoch ungefähr und dann am Mittwochs passierte etwas Erstaunliches dass Kanzleramt reagierte Aber ganz anders als man ist hätte erwarten können Denn ist reagiert ein sogenanntes Umfeld im Kanzleramt.

00:05:30: Also es gab Quellen, die zitiert wurden von DPA und von Table Briefings und das muss man vielleicht einmal erklären.

00:05:36: Manchmal ist es so dass Sprecher oder auch Regierungsvertreter dann sogenannte unter zwei Zitate geben.

00:05:43: Unter zweim Journalismus bedeutet das ist in dem Moment kein direkter Absender aber aus Kreisen und man darf zitieren Und da wurde das Ganze als Wüstespekulation bezeichnet, es wurde ja hart dagegen geschossen und dadurch bekam die Geschichte aus meiner Sicht erst so viel auffind.

00:06:03: Du sprichst davon du hast das selbst gehört?

00:06:05: Du hast das aus Kreisen gehört?

00:06:07: Das sind hier aber auch Politiker, die eine Agenda verfolgen.

00:06:11: wie stellst du dir sicher dass du nicht instrumentalisiert wirst und da eben die Agenda eines Politikers einfach nach draußen trägst

00:06:19: Ja, in dem wir anders recherchieren als es jetzt medial auch in Teilen zumindest mal nur dargestellt wurde.

00:06:26: Also es wurde so getan noch in der Öffentlichkeit.

00:06:29: ja da gab es eine Henrik Wüstreise nach Polen und dann sind da die Spindoktoren.

00:06:34: so nennt man die Leute die im Umfeld von Politikern auftreten irgendwie mit den Journalisten unterwegs gewesen und haben denen dann eine Geschichte erzählt.

00:06:42: So wenn das so alleine gewesen wäre.

00:06:45: ich kann jetzt nur für mich sprechen als Reporter.

00:06:46: Das hätte für mich nicht gereicht diese Geschichte zu veröffentlichen.

00:06:51: Was bedeutet ist, es bedeutet dass man aus anderen Umfeldern nicht nur eine Bestätigung braucht sondern auch tatsächlich erkennen muss das es diese Diskussion zwischen einzelnen Personen wirklich gibt und dafür hatten wir sehr viele Quellen.

00:07:08: und dann ist eben die Frage wie veröffentlicht immer das Ganze?

00:07:13: Es gab dann, wie ich fand auch ein Missverständnis.

00:07:16: Also in den Berichten die wir gemacht haben hieß es immer das von Szenarien die Rede ist aber dass jetzt nicht kurz bevor steht sondern dass das eben diskutiert würde und in den Medien schien es plötzlich so als Stünde dieser sogenannte Kanzler-Tausch kurz bevor.

00:07:33: Aber Ich bleibe dabei und wir haben dafür viel Kritik bekommen aus anderen Medien.

00:07:40: relevante Berichterstattung zum jetzigen Zeitpunkt ist.

00:07:43: Und dass ich als Journalist, als Reporter und meine Kollegen und ich da nicht sagen können oh das ist jetzt irgendwie vielleicht schlecht für diese Regierung oder das ist für die Stimmung in Deutschland schlecht.

00:07:56: ein Kollege hat in der Torchschule gesagt als Bürger dieses Landes will man eben was anderes.

00:08:01: er das mag ja alles sein aber am Ende sind wir Journalisten und wie Florian gesagt hat erst mal dafür dar zu berichten was da passiert.

00:08:09: Das Problem ist, und das ist auch eine Frage des Vertrauens in Medien.

00:08:14: Wenn wir anonyme Quellen zitieren, dass viele Zuhörerinnen und Zuhörer Leser sagen ja aber ihr sagt ja gar nicht was sind eure Quellen?

00:08:23: Wo kommt es überhaupt wirklich her?

00:08:25: Und das wiederum zeigt das tiefe Misstrauen gegenüber Journalismus und gegenüber Medien, dass wir da irgendetwas uns ausdenken oder aufbauschen.

00:08:34: Das Stichwort Misstrauen in Medien, Florian.

00:08:36: Merkst du dass das in den letzten Jahren größer geworden ist?

00:08:39: Ja, das ist größer worden und das hat sicherlich unterschiedliche Gründe wenn wir an die Pandemie zurückdenken, an die dortige Politik und das Verhalten der Medien.

00:08:48: aber es ist eben so dass das nach wie vor zunehmend und deshalb würde ich gerne zu dem Paul was Du gerade erklärt hast erzählt hast auch nochmal meine Sicht schildern.

00:08:58: bei diesem Fall des Gerüchtes über einen Kanzler-Tausch So würde ich es benennen.

00:09:03: Denn die ursprüngliche Berichterstattung kam ja aus dem Stern, also ein Kollege der dabei war bei dieser Reise von Hendrik Wüst in Polen und es lohnt sich diesen Text im Stern zu lesen.

00:09:14: Er steht hinter der Paywall aber dafür kann man auch mal was bezahlen und unser Kolumnist Uwe Vorkötter hat das bei The Online auch schön beschrieben.

00:09:21: Ich habe diese Berichterstattung wirklich als mehr oder weniger geraune empfunden.

00:09:26: Denn das, was dort steht ist nicht vielmehr außer so ein paar Beobachtungen.

00:09:31: und dann einem Zitat von Hüst, was schon relativ alt ist – also einen NRW-Ministerpräsident ist per se immer ein Kanzlerkandidat, aber glaube ich ein Zitat aus dem Jahr im Jahr auch in den letzten Jahren.

00:09:43: Und dann stand diese Geschichte da und sie hat natürlich Fahrt bekommen als ihr bei Bild Sie größer aufgeschrieben habt und in die Recherche eingestiegen seid.

00:09:52: Und du schilderst jetzt, ihr habt viele verschiedene Quellen dafür... ...und das ist ja auch unsere originäre Aufgabe als Journalisten.

00:09:57: Gleichwohl hatte ich dann den Eindruck was dann passiert ist wie du es auch beschrieben hast.

00:10:02: Dann sind immer mehr Medien darauf eingestiegene.

00:10:04: Ich glaube am Sonntag war's sogar Aufmacher-Meldungen der Tagesschau.

00:10:08: Da hat diese Geschichte eine Relevanz erhalten Die meines Erachtens nach und im Vergleich zu dem was ich so höre, höre auch manche Stimmen aus den Umfeldern der Parteien dann eben diese Relevanz nicht mehr hergibt.

00:10:22: Also sie ist eigentlich größer geworden als die de facto ist und wenn man sich mal genauer anschaut wer hat jetzt eigentlich welches Interesse daran eine Geschichte voranzutreiben oder möglicherweise sogar einem Kanzler tauscht den Weg zu ebnen Dann sind das sehr wenige.

00:10:36: März natürlich schon gar nicht Was ich aus dem Wüstlager höre, die aber auch nicht.

00:10:41: Die sind glaube ich ganz fein damit erst mal weitgehend die Füße still zu halten und abzuwarten bis Achtung etwas schiefes Bild die Leiche von Friedrich Merz den Rhein runtergeschwommen kommt.

00:10:51: wenn natürlich wollen die irgendwann Mal ins Kanzleramt.

00:10:54: Aber jetzt ist es denen glaube ich viel zu früh will sagen unterm Strich sowas ist immer sehr interessant.

00:10:59: Personalspekulationen gehören nun mal auch dazu zu unserer Berichterstattung.

00:11:03: Viele Menschen interessieren sich dafür, ich verstehe aber die Kritik vieler Leserin und Lesern hat uns auch erreicht dass viele den Eindruck hatten na Mensch ihr redet nur immer schlecht ihr wollt schon wieder ein Regierungschef absägen.

00:11:13: das ist es nicht.

00:11:14: Aber diese Bericht erstattungen glaube ich ist am Ende größer gewesen als die Fakten.

00:11:19: Ja, dem möchte ich einmal widersprechen.

00:11:22: Ich habe den Text von Uwe Vorkotter auch gelesen und fand das interessant wie er es sieht und auch andere Kollegen haben das ja kritisiert, Robin Alexander in seinem Podcast und andere.

00:11:33: Ich kann nur sagen, ich wäre mich so ein bisschen gegen den Eindruck dass es immer einen oder einzelne Personen in einer Partei geben muss die ein bestimmtes Interesse haben im Sinne von der will jetzt Kanzler werden, der will denen stürzen.

00:11:47: Manchmal, und das ist mein Eindruck jetzt entsteht in einer Situation.

00:11:52: Und das muss man vielleicht zur Einordnung auch noch mal sagen.

00:11:55: Kein Bundeskanzler vorher hat mit solchen Werten zu kämpfen gehabt nach einem Jahr.

00:12:00: Er ist jetzt schon unbeliebter.

00:12:02: Friedrich Merz als Olaf Scholz am Ende.

00:12:04: Es gibt, wenn man mit Meinungsvorschern spricht keinen messbaren Wert.

00:12:09: Der mit dem vergleichbar ist in der Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:12:13: also das heißt dass was wir schreiben und das was man vielleicht auch wenn Leser sagen warum seid ihr immer so negativ?

00:12:21: Das verstehe ich durchaus.

00:12:22: aber das spielt in den Parteien eine riesen Rolle.

00:12:27: Und das ist nicht so, dass die dann in irgendeinem Gremium schon sitzen und sagen, Mensch Friedrich, das geht ja so nicht.

00:12:34: Ja, das Verrückte ist ja auch... Also meine Quellen sagen mir, es hat dann ja das Aufeinandertreffen gegeben der beiden, dass da überhaupt keine Rolle mehr gespielt hat zwischen den Beiden, weil keiner wollte's ansprechen!

00:12:45: Wenn ich mir jetzt anschaue wie wurde in der Union diskutiert in den vergangenen Wochen oder Monaten, kann ich nur noch mal sagen, sehr relevante Akteure dieser Partei haben über dieses Szenario gesprochen.

00:12:58: Und das kann ich, ich kann nicht sagen wer im Sinne von weil.

00:13:03: dann würde ich meine Quellen offen legen und deswegen verstehe ich durchaus die Skepsis von einzelnen.

00:13:08: aber ich bleibe dabei dass es eine relevante Geschichte ist.

00:13:10: jetzt kann man darüber streiten wie wird etwas groß?

00:13:14: ja das ist ja auch interessant.

00:13:15: das hängt dann auch manchmal mit Nachrichten ärmeren Tagen zusammen zum Beispiel nach Pfingsten.

00:13:20: das versteht ja auch glaube ich Kein Zuhörer.

00:13:23: Warum ist manchmal eine Geschichte auf eins?

00:13:25: Das kannst du vielleicht besser beschreiben.

00:13:28: und noch einmal, warum wurde sie dann immer größer?

00:13:30: oder warum wurde sich dann auch von Medien aufgegriffen die vielleicht selbst skeptisch waren, weil dann der Punkt passierte dass Friedrich Merz es selbst offenbar so ernst genommen hat.

00:13:42: Dass er diese Zitate die kommen ja auch nicht irgendwo her sondern aus dem Kanzler am dpa und table briefings gegeben hat?

00:13:49: Und da muss ich mal sagen also wenn ich dann Thorsten Frey erlebe der wenige tage danach bei mein Brut Ilner sitzt und so tut als wüsste er nicht das ist diese zitate gibt oder weiß ich auch nicht wo die herkommen.

00:14:02: Der Mann ist Kanzleramtschef und die kam aus dem Kanzlaramt, wenn sie bei DPA und Table Briefings gleichlautend landen.

00:14:08: Dann weiß man dass das von denen gesteuert war.

00:14:10: also auch das hilft dann in Sachen Vertrauen wieder nicht weiter.

00:14:13: Wenn man dann so tut oh das waren irgendwelche komischen Gerüchte!

00:14:16: Die sind schon hochgradig nervös im Kanzularamt und auch an der CDU-Spitze das nämlich auch wahr.

00:14:21: Und dann reagieren sie auch häufig Unsouveräen und dann entstehen erst recht weitere folgende Berichterstattungen.

00:14:28: Ein Punkt, den du gerade angesprochen hast Paul, den finde ich relevant hier noch mal zu erklären für unsere Hörerinnen und Hörern Es ist ja nicht so dass wir als Journalisten eine kritische Berichtestattung über Politiker machen und dann sinken deren Umfragewerte Sondern.

00:14:44: es ist andersrum.

00:14:45: Erstmal tun die was Sie handeln als Politiker.

00:14:48: das gefällt vielen Menschen nicht.

00:14:50: Beispiel Friedrich Merz, der hat im Wahlkampf versprochen.

00:14:53: Wirklich in eine konstante konsistente Haushaltspolitik zu machen keine neuen Schulden aufzunehmen was er da gemacht kaum war er gewählt.

00:15:00: Zack große Schuldenpakete und das hat sehr viele Anhänger der Union sehr verstört.

00:15:05: nur ein Beispiel von vielen.

00:15:07: dann sinken die Umfragewerte wie du es gerade beschrieben hast auf wirklich einen Rekordminuswert Und dann fragen wir natürlich kritisch nach und berichten und dann kommt eins zum anderen sag ich noch mal dazu weil des vielen Menschen, die uns lesen und hören nicht so klar ist.

00:15:21: Und dann eben schnell dieser Vorwurf kommt ja ihr in den Medien ihr macht ja alles schlecht.

00:15:26: was ich auch interessant finde.

00:15:28: ist denn Ja Die medienpolitische diskussion dann wiederum untereinander?

00:15:34: ja Dann sagt der einer es eine geschichte der andere sagt ne das ist doch quatsch und übertrieben.

00:15:39: da könnte man wiederum sagen Da funktioniert dann ja die Mediendemokratie, also dass das nicht alle in eine gleiche Richtung rennen.

00:15:47: Sondern jetzt zum Beispiel bei euch Uwe Vörkotter da Fragen stellt und andere Fragen stellen, die ja diskutiert werden müssen.

00:15:53: So muss das doch sein!

00:15:54: Und wenn du mir das noch gestartet hast, Christine... Ich finde wir haben in diesem Land die vitalste Medienszene weltweit.

00:16:00: Man kann viel Kritik üben an den Medien.

00:16:02: Du hast ja vorhin danach gefragt, wir machen auch nicht alles richtig.

00:16:06: aber wenn man das mal weltweit vergleicht und auch in Europa vergleigt dann ist das hier super vielfältig und eigentlich kann sich jede und jeder aussuchen was er oder sie lesen oder hören oder sehen will.

00:16:16: An der Stelle aber immer die Frage, wir Medien beschäftigen uns damit ja ist das jetzt eine Geschichte?

00:16:19: Ist das keine Geschichte.

00:16:20: Aber wenn ihr mal mit den Menschen redet Paul du bist in Ostfriesland aufgewachsen.

00:16:24: Florian du bist sehr viel im Austausch mit Lesern von TierOnline.

00:16:29: Wenn ihr mit den Leuten redet habt ihr das Gefühl die interessieren sich wirklich für so viele politische Details und so vielepolitische Hintergründe oder sind es ganz andere Sachen die sie beschäftigen und dass wir da manchmal ein bisschen vorbei reden an dem wirklichen Problem der Leute.

00:16:44: Also mein Eindruck ist erstmal, Menschen interessieren sich für Menschen.

00:16:47: So das ist das eine und da steht nun mal Friedrich Merz oder Lars Klingbeil oder wer auch immer in vorderster Linie und das finden Leute interessant.

00:16:55: und was passiert da?

00:16:57: Und jetzt tun Politiker ja manchmal so als wäre das ja vollkommen verrückt die Medien, die würden nur über Persönlichkeiten und Personen und alles hoch und runter diskutieren.

00:17:07: dabei wenn ich manchmal mit Politikern zusammensitze oder am Telefon mit ihnen spreche Das erste, die ersten zehn Minuten geht es eigentlich nur um Personen.

00:17:16: Was ist mit Friedrich Merz?

00:17:19: Wo geht das hin?

00:17:19: und so weiter?

00:17:20: Also erst einmal Politiker machen das selbst.

00:17:24: Das finde ich sehr erstaunlich wie intensiv es immer um die Frage geht wer hat da den nächsten Steps und was ist mit dem anderen?

00:17:32: also ein bisschen House of Cards ist da immer dabei auch in Berlin.

00:17:37: Das zweite ist du sagst vollkommen zu Recht Ich komme aus Frisland Gebürtig, aber ich wär mich auch so bissel gegen den Eindruck, den ich manchmal von Kollegen höre.

00:17:46: Ja ihr da in Berlin-Mitte so ja jetzt würden irgendwie alle nur im Bundestag sitzen und abgeschirmten Bereich und nichts vom Leben mitbekommen.

00:17:53: Auch Großstädte haben Leben.

00:17:55: jetzt kann man sagen Berlin Mitte ist sicherlich anders als Aurich aus Friesland und das auch gut so.

00:18:02: Aber auch hier gibt es große Themen so und dass daran anschließend Natürlich sind die Leute genervt auch wenn sie an Menschen interessiert sind dass sie gerade bei den Reformdebatten nicht das Gefühl haben, dass das irgendwie konstruktiv offen relevant geführt wird.

00:18:20: Und das wiederum würde ich sagen er liegt am Management der Regierung.

00:18:26: Ich verstehe zum Beispiel gar nicht warum man immer noch so die Dinge hinter verschlossenen Türen Warum man irgendwie bei Willer Borsig da geht man dann rein mit einem Stapel von Papieren wo ganz viel aufgeschrieben steht was man dann verkünden will.

00:18:40: Und aus meiner Sicht ist das so ein bisschen veraltete Politik.

00:18:44: Denn man kann den Menschen durchaus zutrauen, auch vorher über Steuereformen, Rentenedebatten... Warum das nicht viel breiter pluralistischer Demokratischer am Ende zu machen und nicht immer so klar brauchen die auch ihren Raum wo sie sich irgendwie vertraulich austauschen können?

00:19:01: Aber ich finde, man könnte den Menschen viel mehr zumuten und sieht dann auch mitnehmen in dem Reformprozess.

00:19:06: Das finde ich einen guten Punkt.

00:19:07: Ich glaube auch, wir müssen uns hier in der politischen Diskussionskultur verändern.

00:19:11: Das sind nicht mehr die richtigen Foren und so kommt es dann eben auch häufig dass viele Bürger den Eindruck haben na da passiert irgendwas oben in Berlin und dann kommen sie raus und sind sich aber trotzdem nicht einig.

00:19:21: Dann berichten die Medien schreiben immer gleich über Streit Zoff usw.

00:19:26: Und dann kocht das Ganze hoch.

00:19:28: Wir haben hier im Podcast auch schon mehrfach über alternative Foren gesprochen, wie man Bürger einbinden kann.

00:19:33: Ich sage es nochmal!

00:19:34: Bürgerräte sind nicht des Teufels.

00:19:36: sowas ist sehr gut weil man die Diskussionskultur rein ins Land bringt.

00:19:41: Ich möchte aber noch einen Gedanken formulieren.

00:19:43: wenn wir Journalisten das Tagesgeschehen betrachten gucken was passiert in Deutschland und der Welt im regionalen usw.

00:19:50: Dann berichten dann versuchen wir das immer nach Standards zu machen und ausgewogen.

00:19:54: Und gleichwohl unterliegen wir auch manchmal einen Mechanismus, den man vielleicht als Tunnelblick beschreiben kann.

00:20:01: Das hat man exemplarisch gesehen bei der Corona-Pandemie wo man irgendwann den Eindruck hatte egal welches Medium ich lese eigentlich geht es immer um Corona Maßnahmen, ganz schlimmes deutsches Wort.

00:20:13: Die Maßnahmen die die Regierung erlässt.

00:20:15: und eigentlich waren alle anderen Themen die auch noch relevant sind, die auch zu dieser Zeit relevant gewesen sind.

00:20:20: Die Schere zwischen Arm und Reich der Klimawandel, auch bunte Themen gar nicht mehr so relevant über Monate oder Jahre.

00:20:27: Und einen ähnlichen Effekt kann man immer dann sehen, wenn ein Thema richtig groß wird und hochkocht.

00:20:31: Sei es jetzt Wahl-Timmy oder sei es eine angebliche Kanzlertausch.

00:20:35: Dann stürzen wir uns alle da drauf und dann dominiert dieses eine Thema unsere Berichterstattung.

00:20:41: Da muss ich selbst kritisch sagen das ist manchmal zu viel.

00:20:43: Da fasse ich mich auch in die eigene Nase.

00:20:45: Dann stehe ich morgens bei uns im Newsroom und wir reden eigentlich schon wieder über dasselbe Thema wie gestern vorgestern und vorvorgestern.

00:20:50: Wir müssten eigentlich mal ein bisschen den Blick weiten und gucken was ist noch relevant?

00:20:54: Paul, wenn du auf deine Karriere zurückschaust, hattest du so im Nachhinein mal das Gefühl verdammt da habe ich eine Geschichte größer gemacht als sie eigentlich ist?

00:21:01: Ja ganz sicher.

00:21:02: Also sehr häufig sicherlich also durchaus im innenpolitischen Raum.

00:21:09: aber auch wenn ich zurückdenke an meine Zeit als Lokalreporter ja muss man immer die die lokal sein.

00:21:15: Ich hab bei der Emmerzeitung gelernt vorab beim Heimatblatt es sind Anzeigenzeitungen gewesen im Auricherraum war ich Und es musste immer die Regionsseite.

00:21:26: Ilow Hinterkrumm Hörn ist das, die musste immer gefüllt werden.

00:21:29: Das waren eben zwei Seiten und manchmal saß man im Gemeinderat und dachte sich so naja ob jetzt die Berichterstattung über den Wald wirklich so skandalös ist wie man sie irgendwie fühlt oder macht.

00:21:40: und natürlich gehört das zur Wahrheit dazu dass auch in lokalen Regionalmedien eben seiten gefüllt werde müssen.

00:21:47: und manchmal hast du zu viel Stoff, manchmal haste zu wenig Stoff.

00:21:51: Und insofern ganz sicher habe ich schon Dinge berichtet, die vielleicht am Ende kleiner waren.

00:21:59: Ich hatte auch immer ein bisschen einen Boulevard gehen.

00:22:03: als Sportreporter dann sich Kickers-Empen begleitet haben.

00:22:07: fand ich es immer wahnsinnig spannend, ja was haben die jetzt da in ihrem Handy geschrieben zu wem auch immer?

00:22:11: und wie hat der Trainer?

00:22:13: Ich war irgendwie immer fasziniert von geheimen Gesprächen und Räumen.

00:22:17: Und was haben wir da jetzt wirklich, ja oder hat der Spiegel macht ihr bei dir online machen?

00:22:22: andere ja auch.

00:22:23: aber das hat mich schon faszineert und dann passiert es schon dass Geschichten größer werden als sie möglicherweise sind, aber auch das ist ja irgendwie Geschmackssache.

00:22:33: Den einen interessiert es den anderen nicht.

00:22:35: und auch die Leute, die uns kritisieren zum Beispiel für zu personalisierte Berichterstattung, die finden's ja insofern oft mal zumindest so interessant dass sie's gelesen haben.

00:22:46: Ja man muss doch immer seinen Publikum suchen als Journalist.

00:22:49: ich habe meine ersten Schritte auch bei einer Lokalzeitung gemacht.

00:22:51: Leonberger Kreis.

00:22:52: Zeitungen gibt gar nicht mehr so

00:22:53: vor

00:22:54: Ort von Stuttgart.

00:22:56: Und dann sagte der Chefredakteur ja jetzt hier, der Praktikant und dem können wir doch mal die Berichterstattung über das Schülerteaterfestival am örtlichen Gymnasium geben.

00:23:04: Da dachte ich Ja, das ist meine Chance!

00:23:06: Und dann habe ich die Zeitung glaube ich zwei Wochen lang von vorn bis hinten zugeschrieben mit Berichten, detaillierten Berichten über die Aufführungen des Schülertheaters und den Konflikten hinter der Bühne und der Anbahnung usw.

00:23:17: Also wenn man etwas wissen wollte bei Schülertheater in Leonberg, dann hat man es in der Leonberger Kreiszeitung gelesen.

00:23:23: Bis irgendwann ein Redakteur zu mir kam so zuflüsterte, vielleicht ein bisschen viel Geld.

00:23:29: Ja gut das ist Ansichtssache ne?

00:23:32: Ich würde gerne noch ein anderes Thema mit euch besprechen und zwar Social Media.

00:23:36: Paul du nutzt die sozialen Medien um zu zeigen wo du unterwegs bist aber auch wenn du bei TV auftritten bist gibt es auch ein bisschen private Einblicke manchmal.

00:23:45: warum ist dir das wichtig?

00:23:46: warum machst du das?

00:23:47: Also erst einmal habe ich irgendwie meinen Umgang immer noch nicht gefunden, würde ich sagen.

00:23:52: Weil ich mixe manchmal, du sagst das vollkommen richtig, manchmal teile ich irgendwas von meinen Freunden was ich irgendwie lustig finde.

00:23:59: jetzt nichts super intimes oder so aber keine Ahnung.

00:24:03: ein Kumpel von mir ist gerade mit seinem Hund aufgebrochen von Berlin nach Japan und will da hinlaufen und machte so'n GoFundMe Projekt.

00:24:10: Das hab ich als letztes dann zitiert irgendwie bei Instagram Meistens meine Folgen, also jeden Tag mein Podcast den ich da in die Story stelle.

00:24:23: Aber dennoch habe ich noch nicht den ganz richtigen Umgang gefunden weil mir schreiben dann so viele Leute dort dass sich auch nicht allen antworten kann dann finde ich wieder ich werde nicht allen gerecht.

00:24:35: Dann denke ich manchmal wieso das ist doch jetzt hier ein professionelles Ding Das ist warum machst du da was privates?

00:24:41: aber irgendwie wollen die leute das auch sehen.

00:24:43: und Das größte Problem eigentlich habe ich bei Instagram und das geht natürlich auch für TikTok mit dem Wachstum im Sinne von, wie wächst du eigentlich als Social Media Account noch?

00:24:55: Und es geht halt vor allem durch Reels.

00:24:58: Wenn wir jetzt über eine innenpolitische Debatte sprechen, dann geht das meistens mit einer extrem steilen These daher.

00:25:06: Also wenn Du irgendwas Krasses sagst und Deine krasse Meinung hast und die Leute das Gefühl haben, jetzt sagt's mal jemand ja!

00:25:12: Dann wird das geteilt.

00:25:13: ist es selten so, dass jetzt nachdenkliche Stimmen oder die Diskussion, die wir gerade geführt haben.

00:25:19: Ja jemand der gut vielleicht könnte das auch funktionieren, der sich über die Medien aufregt und sagt was habt ihr da über Kanzler-Tausch?

00:25:25: Was für ein Quatsch!

00:25:28: Und meine Entwicklung als Reporter bin ich jetzt so fünf sechs Jahre zurückgehe.

00:25:34: Da hatte ich viel mehr Meinungen und dachte, das muss ich jetzt noch mal sagen.

00:25:37: Und hier nochmal sagen und so.

00:25:38: Ich glaube, dass hätte in Reels besser funktioniert.

00:25:40: Jetzt ist es auch.

00:25:41: durch Podcasten bin ich ein bisschen ruhiger geworden... ...und ein bisschen denkt noch einmal nach und habe auch mehr Zeit.

00:25:48: Deswegen hab' ich noch wirklich nicht meinen Umgang gefunden bislang interessanterweise.

00:25:55: Das ist eine total interessante Schilderung!

00:25:58: Paul bei dir hat mir eigentlich immer am besten gefallen wenn du zum Beispiel auf X nutzt nicht mehr allzu viel?

00:26:03: Das heutige X, das ehemalige Twitter weil ich finde die Umgangsformen sind da ziemlich roh geworden.

00:26:08: Aber das hat mir eigentlich immer gut gefallen.

00:26:10: wenn du Menschen beigesprungen bist also wenn Leute auch durchaus zum Beispiel von den Grünen mal Frau Kühner ist wo sie sehr hart angegriffen wurde einem Shitstorm ausgesetzt waren dann habe ich häufiger von dir gelesen dass du gesagt hast Mensch leute so ist es nicht sondern oder denk doch mal nach und Und sowas gefällt mir immer gut, denn du hast es gerade beschrieben.

00:26:29: Die eigentliche Problematik bei diesen sozialen Medien liegt ja zum einen darin dass man wirklich Filterblasen ausgesetzt ist das die Algorithmen negative Emotionen vor allem verstärken und dadurch dann eben auch dieser Eindruck kommt, die Medien berichten alle immer nur negativ und häufig sind damit eher die sozialen Medien.

00:26:44: Wollte

00:26:45: ich grad sagen also sind gar nicht wir vielleicht

00:26:46: gar nicht sonder gemeint sondern was die Leute dann halt lesen auch gar nicht nur auf den öffentlichen Plattformen, also Instagram, TikTok und so weiter.

00:26:54: Sondern vielleicht auch in ihrem WhatsApp-Kanal wo sie irgendwas geteilt bekommen dann wieder sagen oh Riesenaufregung!

00:26:59: Und das andere... Das ist dann vielleicht eher das zweite Herz in meiner Brust als Geschäftsführer.

00:27:04: da sind natürlich die Entwicklungen dieser sozialen Medien hochgefährlich für uns traditionelle Medien.

00:27:08: Die nehmen uns immer größere Teile des medialen Kuchens ab sei es die Aufmerksamkeit der Nutzer, sei es der Traffic.

00:27:15: jetzt nehmen Sie uns auch immer mehr Werbegeld ab.

00:27:17: nur mal eine Zahl damit sich die Hörerin das vorstellen können Fast achtzig Prozent der digitalen Werbegelder in Deutschland fließen an die großen Digitalkonzerne, also ein Alphabet an Meta und TikTok usw.

00:27:29: Und der Rest bleibt dann noch für traditionelle Medien wie zum Beispiel Bild oder Tier Online und das Kuchenstück wird immer kleiner.

00:27:36: Wenn es irgendwann gegen Null geht, dann wird's echt schwer!

00:27:38: Dann sitzen wir vielleicht nicht mehr hier neben Podcasts auf so... Da möchte ich gerne gegenwirken.

00:27:42: und deshalb sind wir so viel unterwegs zu erklären warum eigentlich traditionelle Journalismus, der sich besinnt auf Prinzipien.

00:27:52: Der wirklich fundiert arbeitet erst recherchiert und dann berichtet und vielleicht noch kommentiert, dass der verteidigt werden muss an allen

00:28:00: Fronten.".

00:28:09: Wenn ich als Reporter überall auf der Welt unterwegs bin und Kollegen treffe, hat sich das in den letzten zwei oder fünf Jahren vielleicht sehr verändert.

00:28:19: Auch in der Ausspielfläche.

00:28:21: Große Reporter international haben ihren Instagram-Kanal natürlich und spielen dort eben nicht nur das aus was sie schon in ihren Medien, bei CNN, Foxbild, online wie auch immer veröffentlicht haben sondern eben auch vermehrt eigene Einschätzung, Kommentare.

00:28:40: So alles was man so als zum Beispiel das Korrespondent empfindet.

00:28:45: Mein Eindruck ist gerade bei der Berichterstattung aus dem Nahen Osten führt es oft zu einem

00:28:53: gefühlten

00:28:53: Bayes weil sich der Algorithmus und jetzt also egal wo man da steht oder was man kritisiert.

00:29:01: aber nehmen wir mal die Berichterstattungen über Israel.

00:29:04: Mein Eindruck ist, dass zum Beispiel ein Real ... wo man über Siedlergewalt spricht.

00:29:09: Sich bei Instagram sehr viel mehr verbreitet als einen Insight-Bericht über einen Hamas-Kommandeur.

00:29:18: oder also ich versuche etwas zu vergleichen was nicht so vergleichend ist.

00:29:23: aber was ich sagen will is dadurch das du dann als Reporterin und als Reporter vielleicht für eine bestimmte thematische Fokussierung sehr viel Aufmerksamkeit bekommst.

00:29:36: Und bekommste automatisch wie früher vielleicht als Lokareporter bei Leser-Briefen, wo du dann denkst oh das interessiert die Leute ja wirklich viel und da kann man sich gar nicht frei von machen finde ich als Reporter wenn das jetzt irgendwie das eine Geschichte dir drei tausend Likes gibt und die andere dreihundert ist die Wahrscheinlichkeit dass du von der Geschichte mit Dreitausend likes ne weitere machst sehr viel größer.

00:29:59: Und da kann man jetzt als Reporter sagen, nein, ich schau ja was wichtig ist.

00:30:03: Aber das ist unterbewusst natürlich in dir drin und das gilt auch für Medien aber eben nicht so kass weil man das nicht sofort sieht im Sinne von Was ist interessant?

00:30:14: Das wissen wir welche Dinge funktionieren auf den Seiten.

00:30:17: Wir würden dann noch sagen Nein, aber wir machen das jetzt, weil das wichtig ist!

00:30:20: Wenn es immer mehr ein Instagram-Algorithmus oder TikTok Algorithmus geht, bedeutet das auch für Reporter weltweit Egal wo sie sind, auch in Deutschland.

00:30:30: Oh das ist ja etwas was viel mehr Leute interessiert als das andere Thema.

00:30:34: Das sehe ich auch, deshalb glaube ich das wir als Publizisten Widerstand leisten müssen.

00:30:38: Wider Stand im Sinne eines anständigen Journalismus dass wir uns eben nicht vereinnahmen lassen von diesen Mechanismen die du gerade beschrieben hast.

00:30:44: Ich halte dir für hochgefährlich und wir müssen eigentlich immer wieder zurückkommen auf unseren eigentlichen Auftrag als Journalisten berichten ausgewogen zeigen was passiert da?

00:30:53: Und der na Ostkonflikt ist ein sehr gutes Beispiel dafür weil man wirklich an vielen Stellen den Eindruck hat damit eben nicht mehr ausgewogen berichtet und zwar gar nicht so sehr in den Medien, sondern in den Social-Media Kanälen.

00:31:04: Das ist ja wirklich wilder toben dann Schlachten!

00:31:07: An der Stelle möchte ich einmal eine Frage weitergeben.

00:31:10: Und zwar hatten wir vor ein paar Wochen Fabian Grischkat zu Gast News Influencer und er hat an Paul Ronsheimer eine Frage gehabt.

00:31:16: die spielen mir jetzt hier mal kurz ein Liesst du denn alle Kommentare unter deinen Beiträgen?

00:31:20: Ich lese tatsächlich alle Kommentare.

00:31:22: Ich

00:31:22: beantworte nicht alle Kommentare, ich würde die Frage aber weitergeben an Paul Rondzheimer der ja immer beim Abschluss jeder Folge seines Podcasts sagt dass er auch da alle Kommentare liest und ich bin mir unsicher daher wirklich jeden tag eine folge raus haut ob das wirklich stimmt.

00:31:37: Ja das stimmt tatsächlich Und das ist gar nicht so leicht, weil auch da ein bisschen in Bayes reinkommen kann.

00:31:44: Ja?

00:31:44: Weil wenn ich jetzt mal überlege wir haben eine Folge die hören pro Tag geht es auf allen Plattformen zwischen zweieinhalbfünfzigtausend und dreihundertfünfzigtausende Leute.

00:31:54: So!

00:31:54: Wenn wir jetzt hundert Kommentare haben... dann ist es ja trotzdem noch nicht irgendwie ausgewogen im Sinne von, ist das jetzt wirklich die Masse?

00:32:02: Sind das jetzt diejenigen, die sich aufgeregt haben.

00:32:05: Sind das diejenigen die etwas besonders positiv finden?

00:32:07: Das heißt mir fällt's immer schwer irgendwie dein repräsentatives Bild rein zu bekommen.

00:32:11: also ich versuche dann immer zu filtern und so sagen okay wenn dass ganz viele schreiben dann haben wir aber einen Punkt.

00:32:18: aber wo kommen wir jetzt her?

00:32:21: Ja, ich versuche wirklich alle Kommentare zu lesen.

00:32:24: Aber das ist ein hochinteressanter Mechanismus!

00:32:26: Paul, du sagst bei den höherer Zahlen finde ich es super spannend und super relevant, Glückwunsch dazu.

00:32:32: Wir haben ja ein eigenes Format, den Tagesanbruch.

00:32:34: Das sind etwa dreihunderttausend Leser Und da geht's mir ähnlich wie dir.

00:32:38: Ich kriege dann das Feedback eher per E-Mail Und das sind dann jeden Tag keine Ahnung paar Dutzend oder auch mal über hundert E-mails.

00:32:45: aber das ist natürlich nur ein bruchstückhafter Ausschnitt.

00:32:48: Ich versuche die auch Ja, fast alle zu beantworten.

00:32:51: Ich schaffe es nicht bei allen.

00:32:52: wir haben auch noch Unterstützung dafür.

00:32:54: aber da muss ich mir immer wieder selber an die Nase fassen und auch selber mich disziplinieren zu sagen nimm das ernst Aber verfallen nicht auf die logik dass das jetzt ein wirklich umfassendes bild deiner leserschaft ist.

00:33:07: Das ist nicht repräsentativ Es ist richtig schwierig.

00:33:10: Was beim Podcast so interessant ist, ist tatsächlich nicht nur die Kommentare, die man unter dem Podcast bekommt.

00:33:19: So eine seltsame Bindung.

00:33:23: Sie denken, du bist ihr bester Freund und manchmal kommt es dort vor auf der Straße oder was sehe ich in der Bar?

00:33:28: irgendwelche Leute die den Podcast jetzt hören, die zu dir kommen und dich dann entweder umarmen wollen oder einfach.

00:33:33: das ist sehr lustig.

00:33:35: Aber das finde ich wirklich interessant da tatsächlich manchmal mit wildfremden Leuten, die ich wahrscheinlich so nie treffen würde ins Gespräch zu kommen.

00:33:43: Und meistens egal aus welchem politischen Umfeld.

00:33:46: Ich habe schon ganz links erlebt rechts was heißt sogar, aber AfD.

00:33:50: Ich meine mittlerweile für eine Partei ja dass das tatsächlich die Gruppen, die einen lesen, die einem zuhören sehr viel breiter sind als wir manchmal denken.

00:34:00: und wie dann doch wenn man sich dann in der realen Welt trifft?

00:34:04: Wie differenziert irgendwie ne Debatte dann auch stattfinden kann?

00:34:08: Das geht mir aus so darf ich das noch sagen.

00:34:09: also und das ist gut glaube ich zu hören für unsere Hörer-Hörer unterschiedliche Stimmen auch hören.

00:34:16: Und es eben nicht so ist, als hätten wir nur die Meinung von Paul und Florian.

00:34:20: Wir interessieren uns ja dafür was im Land stattfindet.

00:34:23: deshalb freue ich mich auch immer über kritische Stimmen.

00:34:25: Ich hatte neulich so ein Erlebnis am Berliner Hauptbahnhof vielleicht hört er sogar zu da sprach mich jemand an.

00:34:30: Ich habe den Kopfhörer auf und wollte eigentlich nicht gestört werden, dachte sind sie Florian Harms?

00:34:35: Ich fürchtete schon fast einen körperlichen Übergriff stellte sich raus das war Kevin aus Rostock.

00:34:40: Hardcore-Tee Online Fan liest jeden Morgen den Newsletter seiner Freundin vor.

00:34:45: Ich glaube, er war so um die dreißig etwa und der wollte einfach nichts anderes als kurz mit mir ins Gespräch kommen wie eine Apfelschorle zu spendieren.

00:34:52: Da habe ich gedacht okay für die Leute machst du das?

00:34:54: Und es ist ähnlich wie das was du beschreibst aus der Bar!

00:34:57: Wie oft ist es unangenehme Leute euch ansprechen?

00:35:00: Eigentlich selten.

00:35:02: also ich hab auch schon Ich weiß nicht sagen kritische Fälle erlebt, aber zum Beispiel war ich mal mit einem Drehteam.

00:35:08: Dann ging es um eine Sett-Einserie irgendwie nach Köln unterwegs.

00:35:10: das war so die Hochphase siebter Oktober ja also wo dann Leute mich wüsst beschimpft haben und so.

00:35:17: also das kommt auch vor.

00:35:19: Aber wenn ich jetzt allein unterwegs bin ohne Kamera Also du siehst es manchmal Leute, wenn Sie dich angucken und du merkst ja mich im Werkhand.

00:35:27: Und dann merkst du auch schon auf dich die Leute blöd werden was er auch total okay ist.

00:35:32: Ja ich mein wir sollten ja auch nicht den Anspruch haben dass uns irgendwie alle mögen und darum geht's ja in unserem Job schon mal gar nicht.

00:35:37: aber meistens wenn man ins Gespräch kommt... Auch wenn die Leute ein bisschen was getrunken haben?

00:35:45: Dann sind die ja sehr locker.

00:35:47: Und dann hast du schon das Gefühl, dass sie dir ehrlich Feedback geben.

00:35:51: und eine sehr interessante Begegnung.

00:35:53: erst vor zwei Tagen hier um die Ecke also in Mitte.

00:35:57: Da sprach mich jemand an, ich stieg gerade aus dem Taxi aus und der sagte Mensch bis auf Paronsheimer ist er ja so.

00:36:04: und dann fing er an so nach Ostberichterstattung zu kritisieren selbst jude Und kritisierte aber in dem Fall Axel Springer und hat gesagt, dass er sozusagen die Berichterstattung nicht genügend kritisch in Richtung israelische Politik empfand.

00:36:24: Da haben wir dann lange darüber diskutiert und da habe ich ganz viel auch daraus mitgenommen so was sein Feedback war.

00:36:32: Das sind tolle Begegnungen eigentlich am Ende.

00:36:34: Überhaupt der Naostkonflikt?

00:36:35: Da kriegt man ja so viele Zuschriften aus der Leserschaft.

00:36:38: Mir ist passiert, Ja, sehr kritisch.

00:36:41: Aber glaube ich nüchternen Bericht über den israelischen Militäreinsatz in Gaza geschrieben und da stehe ich nach wie vor zu jedem Wort.

00:36:49: und dann rief mich aber Josef Schuster an der Präsident des Zentralrats der Juden und sagte er empfindet diesen Bericht schon hart an der Kante zum Antisemitismus.

00:36:58: Ich konnte es gar nicht verstehen weil ich sage das richtet sich doch nicht gegen Juden, sondern gegen die israelische Militärpolitik.

00:37:04: Und dann kamen wir ins Gespräch und ich habe besser verstanden, welchen massiven Druck er jeden Tag ausgesetzt ist.

00:37:10: Also solche Gespräche sind wertvoll und solange sie eben kontrovers aber respektvoll bleiben ist das ja auch immer gut.

00:37:17: zur Wahrheit gehört auch dazu.

00:37:18: man kann auch anderes erleben.

00:37:20: Ich gehe jetzt mal nicht in Details Aber ich hab schon eine Zeit gehabt da habe ich harte Morddrohungen bekommen und wirklich individualisierte Morddrogen und dass es natürlich nicht zu akzeptieren.

00:37:31: absolut

00:37:33: Am Ende jeder Folge wollen wir unserem Gast immer die Möglichkeit geben, ein Thema mitzubringen und anzubringt, das wir in dieser Woche übersehen haben.

00:37:40: Paul, worüber haben wir in der Woche zu wenig gesprochen?

00:37:44: Ja ich weiß gar nicht ob zu wenig... Das war jetzt ein Thema was mich bewegt hat diese Woche mit Gunnar Baltschi der Integrationsbeauftragten aus Neukölln.

00:37:53: Ich habe mir eine Folge gemacht über die Situation in Neuköln Parallelgesellschaften Islamismus Und das vor allem, wie sie es im Podcast beschrieben hat.

00:38:03: Wie eindringlich Kinderin, Zwangsähn, Friedensrichter... ...wie normal, wie alltäglich das in Berlin aber auch in ganz Deutschland geworden ist.

00:38:13: Das hat mich bewegt weil sie das sehr plastisch erzählt hat und sie einfach natürlich eine höhere Glaubwürdigkeit auch hat.

00:38:19: Sie sind von Köln geboren ist jetzt wie gesagt Integrationsbeauftragte.

00:38:23: Es war nicht nur die Beschreibung des Ist-Zustands sondern ich habe mich dann gefragt kriegen wir das eigentlich hin, dass es besser wird.

00:38:32: Und da habe ich keine wirkliche eigene Antwort gefunden und das hat mich nachhaltig beschäftigt.

00:38:39: Ich hab auch gesehen, dass das bei uns viele beschäftigt hat wenn man sich die Reaktionen der Politik oder vor allem die mangelnden Reaktion der Politik anschaut, also wie Grüne Link-Links-Partei SPD da auch in Teilen eben offenbar nicht mehr hinschauen wollen.

00:38:54: Weil es eben so ist, wie's ist und das war etwas was mich persönlich jetzt bewegt hat.

00:38:59: Es kommt ja jetzt in der ganzen Migrationsdebatte diese Regel der Wohnortbindung auf.

00:39:05: Und das machen andere Länder ja auch anders in Dänemark beispielsweise, dass wenn man als Zugereister kommt sei es jetzt als Flüchtling oder als Einwanderer, dass dann der Staat erstmal bestimmt an welchem Ort man sich erst mal niederlassen darf um das zu verteilen und um zu verhindern, dass so eine Getuisierung zustande kommt wie Neukölln.

00:39:22: Macht total Sinn!

00:39:23: Ja macht total Sinn würde ich auch sagen hat Deutschland nicht gemacht und ist das Ergebnis einer auch in diesem Punkt verfehlten Einwänderungspolitik.

00:39:30: darauf müssen wir hinweisen darüber müssen berichten

00:39:32: Hier.

00:39:32: wer die Folge noch nicht gehört hat, es lohnt sich reinzuhören bei Paul Ronsheimer im Podcast.

00:39:37: Genau hier eine Hörempfehlung an dieser Stelle und damit sind wir auch am Ende dieser Folge.

00:39:41: wenn Ihnen unser Gespräch gefallen hat lassen Sie gerne eine Bewertung oder ein Kommentar da Feedback gern an podcastsattheonline.de Oder per WhatsApp.

00:39:50: die Nummer finden sie in den Show Notes.

00:39:53: Ich bedanke mich bei meinen beiden Gästen.

00:39:54: Paul Rondsheimer ganz herzlichen Dank.

00:39:56: sehr

00:39:56: gerne war schön hit zu sein

00:39:58: Und Florian auch an dich ganz ganz lieben dank.

00:40:00: Ich fand das auch klasse, dass du gekommen bist.

00:40:02: Vielen herzlichen Dank!

00:40:03: Tschüss und bleiben Sie uns gewogen.

Über diesen Podcast

Der Nachrichtenpodcast von t-online zum Start in den Tag.

Im „Tagesanbruch“ ordnet t-online-Chefredakteur Florian Harms im Wechsel mit seinen Kolleginnen und Kollegen die wichtigsten Themen des Tages ein, analysiert und kommentiert. Am Wochenende geht es in einer längeren Diskussion mit prominenten Gästen um ein aktuelles, politisches Thema. Neue Folgen gibt es montags bis samstags ab 6 Uhr morgens.

Fragen, Anregungen und Kritik gerne an: podcasts@t-online.de

Den Tagesanbruch gibt es auch zum Nachlesen unter https://www.t-online.de/tagesanbruch

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von und mit Florian Harms

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