Täglich mehr wissen
00:00:00: Bei Friedrich Merz.
00:00:00: das Problem ist nicht, dass er sagt, was er denkt, aber es ist halt manchmal das Problem, was er denkt und dass das ziemlich ausgrenzend ist.
00:00:07: Willkommen zum The Online Tagesanbruch, die Diskussion.
00:00:10: Kurz vor dem Grün-Parteitag in Hannover sprechen wir heute unter anderem über die Zukunft der Partei und die Rentendematte.
00:00:16: Außerdem erwartet sie eine kleine Premiere.
00:00:19: Rikada Lang stellt sich unserem neuen Fragen-Hagel fünf kurze Fragen, fünf kurze Antworten.
00:00:24: Und in unserer Rubrik, was wir übersehen, bringt die Grün-Politikerin ein Thema mit, das in der öffentlichen Debatte zu kurz kommt.
00:00:31: Starten wir direkt mit hier.
00:00:32: Online-Chefredakteur Florian Harms.
00:00:34: Hallo, ich bin gern dabei.
00:00:35: Der grünen Bundestagsabgeordneten Ricardo Lang.
00:00:38: Hi,
00:00:38: ich freu mich.
00:00:39: Und mir Nicole Fuchs-Wicher.
00:00:41: Ich führe sie ab jetzt wöchentlich durch diesen Podcast.
00:00:44: Bevor es losgeht, noch ein kurzer Spot.
00:00:47: Regelmäßig erreichen uns die Nachrichten aus Gaza.
00:00:50: Die Not der Kinder ist unvorstellbar.
00:00:53: UNICEF leistet lebensrettende Hilfe.
00:00:55: Wir liefern Spezialnahrung, Trinkwasser und Medikamente.
00:00:59: Unterstützen Sie die Hilfe mit einer Spende unter unicef.de-tagesanbruch.
00:01:06: Florian, lass uns zum Auftakt einmal auf die Lage der Grünen blicken, ganz kurz vor dem Parteitag in Hannover.
00:01:13: Was ist aus deiner Sicht gerade das größte Problem der Partei?
00:01:17: Naja, ich glaube, es gibt drei Probleme, denen die Partei gegenwärtig ausgesetzt ist.
00:01:21: Zum einen leiden die Grünen immer noch unter dem Fallout der Ampel-Regierung, die war ja wegen ihres Dauerstreits fürchterlich unbeliebt in der Bevölkerung.
00:01:29: Und die Grünen wurden dann leider von vielen als Streit-Hansel besser wisser oder auch als übergriffig empfunden, etwa beim Heizungsgesetz.
00:01:36: Und bis heute überschattet eben diese Wahrnehmung, das Image der Grünen in der Öffentlichkeit.
00:01:41: Zum Zweiten, glaube ich, haben die Grünen Schwierigkeiten eigentlich ihr Leib- und Magenthema, nämlich den Umwelt- und Klimaschutz, gegenwärtig in der Bevölkerung zu positionieren und sich damit auch zu profilieren.
00:01:51: Also sehr man das auch bedauern mag, ist es einfach gegenwärtig nicht das, was man ein Gewinnerthema nennt, weil andere Themen dann doch dominieren.
00:01:58: Und drittens glaube ich auch, dass die Grünen ein Personalproblem haben.
00:02:01: Die prominenten Führungsfiguren Robert Habeck, Annalena Baerbock oder auch unser heutiger Gast Rikada lang haben jetzt nicht mehr die höchsten Parteiamter und die, die da gegenwärtig sitzen.
00:02:10: Also die Parteichefs Franziska Brandner und Felix Banaschak wirken auf viele Leute offenkundig blass oder nicht prominent oder profiliert genug.
00:02:17: Und deshalb sieht man eben, dass eigentlich die einzige Partei, wirklich profitiert von dem gegenwärtig eher schwachen Ansehen der Bundesregierung, der schwarz-roten Bundesregierung, ist die AfD.
00:02:27: Und das ist natürlich unter dem Strich schon ein Problem, also die Schatten der Ampel, das fehlende Gewinnerthema und dann auch ein Personalproblem, was den Grünen zusetzt.
00:02:34: Frau
00:02:35: Lang, Sie sitzen ja heute, wie Florian Hamst gerade schon gesagt hat, nicht mehr an der Spitze der Partei, aber Sie kennen ja die Mechanismen sehr genau.
00:02:41: Teilen Sie die Einschätzung von Herrn Hamst oder wo liegen die Probleme Ihrer Ansicht nach?
00:02:45: In Teilen ja, in Teilen nein.
00:02:46: Bei dem Personal will ich ein bisschen wir sprechen zum einen, weil ich persönlich sehr großes Vertrauen in die aktuellen Leute einer Spitze habe.
00:02:52: Und zum anderen, weil man sich das, glaube ich, gerne auch sehr leicht macht, wenn es eigentlich strategische Probleme gibt zu sagen, das wird einfach über neues Personal gelöst.
00:02:59: Meistens ist es nicht so leicht.
00:03:01: Wenn wir uns das strategische anschauen, dann kann ich da aber durchaus anknüpfen.
00:03:04: Ich glaube, zum einen sehen wir, dass die Vorstellung, die es vielleicht klassischerweise gab, wenn eine Regierung Probleme hat, dann profitiert davon automatisch die Opposition nach der Ampelzeit so nicht mehr gilt.
00:03:14: Obwohl es gerade eine große Unzufriedenheit mit der großen Koalition, wo ja große Koalitionen so ist, auch gar nicht mehr trifft, also der Regierung aus Union und SPD gibt, profitiert tatsächlich bisher vor allem die AfD davon.
00:03:25: Und wir werden offensichtlich daneben noch nicht als Hoffnungsträger oder als Alternative, als diejenigen, die es besser machen würden, wahrgenommen.
00:03:34: Und ich glaube, zum Zweiten haben wir eine Entwicklung erlebt, und in den letzten Jahren, auch schon in der Ampelzeit nach und der Zeit, als ich Parteivorsitzende war, dass wir teilweise in unseren eigenen Positionen sehr zurückgenommen, vielleicht auch verunsichert wurden.
00:03:46: Und auf der anderen Seite kulturell, aber teilweise sehr verhärtet.
00:03:50: Also, die Frage, welche andere Meinung nimmt man eigentlich noch als legitime Meinung hin, wem will man streiten und bei wem sagt man, das geht überhaupt gar nicht mehr oder wird vielleicht auch manchmal ein bisschen moralisch verurteilt.
00:04:01: Und mein Ziel wäre, dass wir das eigentlich umdrehen, also gerne wieder selbstbewusster in der eigenen politischen Haltung, gerade auch, wenn es um Ökologie und Klimaschutz geht, aber offener bei der Frage, wen man eigentlich erreicht.
00:04:13: und für wem man offen
00:04:14: ist.
00:04:14: Also für mich würde dazu auch gehören, dass man sich mit jedem an einen Tisch setzt und darüber redet, was eigentlich der richtige Weg ist.
00:04:20: Und ich nehme es schon so wahr, Frau Lang, dass auch viele Anhänger der Grünen, beispielsweise in den sozialen Medien, das, was sie gerade beschreiben, auf die Spitze treiben, indem sie nämlich andere canceln.
00:04:29: Und dann sagen also mit Menschen, die der AfD anhängen, red ich noch nicht mal.
00:04:34: Und das ist, glaube ich, grundfalsch, weil uns das immer stärker in eine polarisierte Gesellschaft führt.
00:04:38: Und Nicole, wir haben ja hier im Podcast auch schon mit AfD-Anhängern und Wählern gesprochen.
00:04:42: Ich glaube, das gehört einfach dazu in der Demokratie, dass man sich miteinander an den Tisch setzt.
00:04:46: Vielleicht am Ende zu dem Ergebnis kommt, we agree to disagree, aber wir bleiben eben im Gespräch.
00:04:51: Ich mache zwar den gleichen Unterschied zwischen den Funktionären bei der AfD und zwischen den Wählerinnen und Wählern, denn ich bin der Meinung, wenn ich vor allem auf die Funktionäre schaue, für mich ist das keine Partei wie jede andere, wenn der Bundesrefassungsschutz davon ausgeht, dass sie als gesichert rechtsextrem eingestuft werden kann.
00:05:05: Und ich glaube, wer sich heute noch entscheidet, für diese Partei zum Beispiel für ein Parlament zu kandidieren, die weiterhin Pyrrhen Höcke ja nicht nur... in ihren Reihen duldet, sondern ihn nach vorne stellt, der macht das ganz ganz bewusst.
00:05:15: Und gleichzeitig fände ich es falsch, zu sagen, alle Leute, die heute diese Partei wählen, oder die sich auch vorstellen können, diese Partei zu wählen, die für verloren zu geben.
00:05:23: Denn es gibt einen Teil der Wählerinnen und Wähler, die sind überzeugt von der Ideologie.
00:05:27: Und dieser Teil ist wahrscheinlich auch größer, als es vielleicht in der Vergangenheit immer von zehn Prozent zurück ausgegangen ist.
00:05:33: Aber wenn sich dieser Wert innerhalb oder die Umfragewerte innerhalb von wenigen Jahren verdoppeln, dann kann ich nicht sagen, das sind alles gesichert.
00:05:41: Und als Hinter auch Leute dabei, die haben Vertrauen in die bestehenden Parteien verloren, die haben Vertrauen in das funktionierende Staates und vielleicht auch in den politischen Betrieb verloren.
00:05:49: Und da bleibt es weiterhin mein Ziel, die Leute zu überzeugen.
00:05:53: Und wenn wir aus Social Media schauen, dann glaube ich tatsächlich, dass was Sie gerade beschrieben haben, wir haben viele Debatten über Meinungsfreiheit in diesem Land.
00:06:00: Und die schlirren immer so ein bisschen an der Wahrheit vorbei.
00:06:03: Denn es ist ja nicht so, dass mir staatlich verboten ist, meine Meinung zu sagen.
00:06:06: Das finde ich wichtig, noch mal zu sagen.
00:06:08: Und Meinungsfreiheit heißt auch nicht Widerspruchsfreiheit.
00:06:10: Das heißt nicht, dass mir niemand widersprechen darf.
00:06:12: Aber was ich schon erlebe, ist, dass die Diskursräume, also wer ist bereit, wem zuzuhören, wer ist bereit, dessen Meinung auch erst mal zu akzeptieren, vielleicht auch Lust und Freude am demokratischen Streit miteinander zu haben, dass die doch enger geworden sind.
00:06:26: Und das tut uns, glaube ich, überhaupt gar nicht gut.
00:06:28: Ich finde, man hat das auch bei der Wehrdienstdebatte sehr deutlich gesehen.
00:06:32: Das ist ja eigentlich eine interessante Debatte, die wir nicht nur in irgendwie Fraktionszellen und Kabinettszimmern führen müssen.
00:06:39: sondern eigentlich im draußenen Land mit den jungen Menschen, die ja von betroffen sind.
00:06:43: Und dafür scheut Politik gerade viel zu sehr zurück.
00:06:46: Gehen wir einmal einen Schritt weiter, während sich die Grünen auf dem Parteitag erneu sortieren, tropft ja zwischen der Union und der jungen Union eine Richtungsdebatte über die Rente.
00:06:55: Es geht um Generationengerechtigkeit und damit ja auch einhergehend die Finanzierbarkeit.
00:07:00: Florian, du hast in deinem Tagesanbruch zur Rente geschrieben im August, abschlagsfreie Frührente streichen.
00:07:07: Wer früher in Rente geht, bekommt dauerhaft weniger Geld.
00:07:10: Wer später geht, sollte dauerhaft mehr Geld bekommen.
00:07:12: Außerdem sagst du, dass Rentenalltag koppeln.
00:07:15: Frau Lang dagegen betont die Belastung von Menschen mit harten Jobs.
00:07:18: Wer muss in dieser Debatte nachgeben?
00:07:20: Die Finanzierbarkeit oder die soziale Gerechtigkeit?
00:07:23: Ich fange mal an und dann freue ich mich auf Ricardo Lang's Antwort.
00:07:26: Ich habe das deshalb geschrieben, weil ich glaube, dass wir Endlich uns ehrlich machen müssen.
00:07:31: Und in der Rentendeparte machen wir uns nicht ehrlich.
00:07:33: Wir sehen ja alle, und das ist einfach glasklar, dass die demografische Entwicklung dazu führt, dass das bisherige Rentensystem so nicht mehr finanzierbar ist.
00:07:42: Daher steht es auch erst mal weitgehend Konsens.
00:07:43: Aber dann bei der Frage, was tut man denn, ist man wirklich bereit, jetzt einzugreifen oder verschiebt man das Problem immer weiter nach hinten auf den St.
00:07:50: Nimmerleitstag?
00:07:51: Da habe ich schon den Eindruck, Da sind alle, die bislang an der Politik unterwegs sind, ob das jetzt die Ampelregierung war oder die gegenwärtige schwarz-rote Koalition nicht in der Lage, wirklich entschlossen zu handeln.
00:08:02: Und deshalb, glaube ich, braucht es eben unkonventionelle Ansätze.
00:08:05: Und die hören wir ja auch, die hören wir von den Wirtschaftsweisen, die hören wir von Finanzleuten, die hören wir von Experten, die sich seit Jahren mit der Rente beschäftigen.
00:08:12: Und dazu gehört doch einfach, dass man schaut, wie viel Geld können wir denn überhaupt aufwenden für die künftigen Renten?
00:08:19: Und wer soll sich daran beteiligen, was du jetzt noch nicht gesagt hast, also beispielsweise Beamte.
00:08:23: Beamte sollten meines Erachtens nach auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
00:08:28: Ja, sie haben einen besonderen Status in unserem Land.
00:08:30: Das ist auch richtig so, eine besondere Loyalität.
00:08:32: Und deshalb sollten sie auch vom Staat besonders behandelt werden.
00:08:35: Aber an diesem Punkt der Finanzierbarkeit der Rente brauchen wir ihre Beiträge.
00:08:39: Es geht eben gar nicht mehr anders.
00:08:40: Auch Selbstständige sollten viel stärker fürs Alter vorsorgen.
00:08:43: Und jeder Bürger muss doch in einem System leben können, auf das er sich verlassen kann.
00:08:49: Ich kann mich nicht darauf verlassen.
00:08:50: Und ich bin jetzt auch nicht mehr der jüngste Aber ich kann mich nicht darauf verlassen, dass wenn ich irgendwann in fünfzehn, zwanzig Jahren in Rente gehe, dann wirklich noch was rausbekomme.
00:08:57: Und das ist doch verheerend.
00:08:58: Frau
00:08:59: Lang, die Frage auch direkt an Sie.
00:09:00: Wie ist dieser Konflikt in der Rentendematte zu lösen?
00:09:03: Ich will erst mal vorwegschieben, dass ich es total gut finde, dass wir gerade diese Debatte führen.
00:09:08: Es gibt ja teilweise gerade eine Tendenz zu sagen, oh Gott, das ist ganz schlimm, weil Chaos innerhalb der Regierung, und es gibt Chaos in der Regierung, das will ich nicht wegreden.
00:09:15: Aber nachdem wir in den letzten Monaten doch auch manchmal sehr symbolische Debatten über Regenbogenflagen geführt haben, oder auch teilweise Bullshit-Debatten über die Benennung von Wettwürst, ist das eine sehr, sehr reale Frage, die ganz, ganz viele Menschen in diesem Land umtreibt, die die kurz vor der Rente stehen und sich fragen, wie gut werde ich da leben.
00:09:33: Menschen in meinem Alter, wo doch viele, wenn man ihnen das Wort sichere Renten sagt, müde schmunzeln oder auch ein relativ lautes Lachen übrig haben.
00:09:39: Ich finde, in der Regierung ist ein bisschen der Eindruck entstanden, dass es dabei aber nur zwei Positionen gäbe.
00:09:44: Das eine ist jetzt eher die der Junge Union, die zu Recht den Punkt der Generationengerechtigkeit betont.
00:09:48: Das dann aber koppelt damit zum Beispiel, das Rentenniveau nicht dauerhaft auf forty- acht Prozent abzusichern, obwohl es heute insbesondere bei Frauen schon sehr großes Risiko für Altersarmut gibt.
00:09:59: Und auf der anderen Seite die SPD, die so eine Tendenz hat, Schauen Sie weg, hier gibt es nicht zu sehen, hier gibt es kein Problem.
00:10:05: Alles muss so bleiben, wie es ist.
00:10:07: Obwohl da alle sehen, na ja, irgendwie geht die Rechnung mit dem demografischen Wandel und alles bleibt so, wie es ist, halt nicht so ganz auf.
00:10:14: Wir haben diese Woche selbst ein Konzept vorgelegt, wie man aus dieser Dualität oder diesem Widerspruch rauskommen könnte.
00:10:20: Und das heißt, wir müssen die Generationengerechtigkeit stärken und gleichzeitig aber auch ein gutes Rentenniveau sichern.
00:10:24: Das würde für mich drei Aspektum sassen neben der Sicherungsrentenniveaus.
00:10:28: Das erste ist beim Renteneintrittsalter.
00:10:30: Ich finde es... nicht sinnvoll, das Pauschal für alle zu erhöhen, denn wir haben ja tatsächlich pflegekräfte Dachdecker, die schaffen es heute schon nicht zu den siebenundsechzig Jahren.
00:10:39: Vielleicht ist es aber so, dass unser Land auch nicht aus achtzig Millionen Dachdecker, nur achtzig Millionen pflegekräften besteht.
00:10:44: Und deshalb haben wir gesagt, man sollte Anreize für frühe Renten, wie sie jetzt gerade bestehen, auch oft in den Betrieben abschaffen.
00:10:51: Man sollte dafür sorgen, dass nicht mehr der Arbeitsvertrag automatisch, wenn das Renteneintrittsalter reicht, es ausläuft.
00:10:58: Und wir sollten das faktische Renteneintrittsalter mal deutlich unter dem Gesetzlichen, gerade ungefähr nur bei sechzig Jahren, liegt daran ab, dass das angehoben wird, zum Beispiel in den mittelfristig die Rente mit dreiundsechzig, so wie es ja meistens genannt wird, wirklich nur noch denen zur Verfügung steht, die sie auch brauchen, weil sie zum Beispiel körperlich harte Jobs haben.
00:11:16: Gerade wird sie doch oft von sehr vielen anderen Gruppen auch genutzt.
00:11:19: Das zweite, und das wurde gerade von Herrn Harmscheidt angesprochen, ist, dass mehr Menschen einzahlen, die gesetzliche Rente.
00:11:26: Das sind die Beamten, zumindest die, die jetzt neu beamtet werden.
00:11:29: Das sind die Selbstständigen.
00:11:30: Und ich würde noch mal zunehmen, die Abgeordneten, das ist zwar nicht die riesige Gruppe, aber ich glaube, manche Debatte über die gesetzliche Rente würde ein bisschen anders ablaufen, wenn wir auch alle davon darauf angewiesen werden oder davon betroffen wären.
00:11:42: Und das Dritte ist, und da gab es ja durchaus auch in der Ampel schon mal Vorschläge, dass man auch das Thema Kapital deutlich mehr nutzen der zweiten Säule, wir setzen zum Beispiel für einen Bürgerfonds an, wo alle Menschen gerade auch die, die weniger betriebliche Rente bekommen, weil das klassische Modell, man arbeitet vierzig Jahre ... beim gleichen Betrieb eher ungewöhnlicher wird in den nächsten Jahren, wo man da tatsächlich auch mit einem Bürger vor, die Bürgerinnen und Bürger alle anlegen können und wir damit auch den Aktienmarkt deutlich stärker nutzen zur Stabilisierung der Rente.
00:12:10: Denn was klar ist, bei demografischen Wandel und bei immer stärkeren Zunahme von künstlicher Intelligenz wird das nur basieren auf Arbeitseinkommen, dauerhaft nicht mehr tragbar sein.
00:12:21: Frau Lang, Sie sagen ja auch gleichzeitig, die Rentendematte sei nicht nur ein sachlicher Streit, sondern auch ein Führungsproblem der Union.
00:12:28: Was genau beobachten Sie denn da?
00:12:30: Woran machen Sie dieses Führungsproblem fest?
00:12:32: Ich habe ja gerade gesagt, dass überhaupt, wie die Rente gestritten wird, das ist für mich noch kein Führungsproblem.
00:12:37: und auch das Abgeordnete sagen, wir sind ein selbstbewusstes Parlament, wir schlucken nicht einfach alles, was aus einem Kabinett herauskommt.
00:12:44: Das ist auch erst mal was Sinnvolles.
00:12:46: auch als Parlamentarierin, würde ich das ja auch für mich selbst beanspruchen.
00:12:49: Aber zwei Dinge sind mir schon aufgefallen in der Debatte.
00:12:52: Das eine ist, wie hart sich jetzt verkämpft wird an diesen achtundvierzig Prozent, die erst ab zwanzig-einunddreißig Geld, wo man ja merkt, es geht viel mehr um ein grundsätzliches Misstrauen, ob eigentlich die Regierung zu Reformen noch in der Lage ist.
00:13:07: Also dass diese junge Gruppe, glaube ich, nicht wirklich davon überzeugt sind, dass sich das Wohl- und Weder-Rente an diesen achtundvierzig Prozent aufhängen wird.
00:13:14: Wir reden dabei einen ganz kleinen Beitrag, wenn wir auch auf den Steuer zu schauen, sondern dass sie offensichtlich der eigenen Regierung damit auch dem eigenen Kanzler gar nicht mehr zutrauen, dass es noch weitere Reformschritte geben wird.
00:13:24: Und dann fand ich schon interessant, wenn man sich dem Deutschlandtag der Junge Union anschaut, während März dort sehr hart konfrontiert wurde mit der Kritik einer jüngeren Generation, hat Markus Söder, der ja der Schöpfer der Mütterrente ist,
00:13:38: wo
00:13:38: fünf Milliarden Euro wirklich mit der Gießkanne überhaupt nicht zielgerichtet ausgegeben werden.
00:13:43: Am nächsten Tag mit Standing Owations gefeiert und man davon ausgehen kann, da geht es dann nicht nur um die Sache und nicht nur um Generationengerechtigkeit, sondern ich glaube, wir erleben auch, dass Friedrich Merz an Teil seiner Partei über Jahre hinweg versprochen hat, wenn ich dran bin, dann machen wir Schluss mit dem ganzen Merken.
00:14:00: Dann gibt es keine Kompromisse mehr, dann gilt endlich CDU pur.
00:14:05: Und jetzt merkt er in der Regierung, na ja, das mit CDU pur, das funktioniert mit der Realität nicht so ganz, wenn man auf die Schuldenbremse schaut.
00:14:11: Und das funktioniert mit dem Koalitionspartner, Überraschungen auch nicht so ganz, wenn man Kompromisse machen muss.
00:14:16: Und ich glaube so ein bisschen ist das gerade auch das Aufbegehren gegen den eigenen, so ein bisschen Vater oder die Enttäuschung gegen eine Vaterfigur, die nicht das liefert, was sie versprochen hat.
00:14:25: Und da fällt eben Fritz Friedrich Merz ein etwas großkotziges Gebahr.
00:14:29: aus dem Wahlkampf den Jahren davor, jetzt auch ziemlich auf die Füße.
00:14:33: Florian, Merz und Spahn, was glaubst du, schaffen sie es noch, ihre eigenen Reihen zusammenzuhalten?
00:14:37: Was ist da deiner Einschätzung?
00:14:38: Sie müssen sich jedenfalls sehr anstrengen.
00:14:40: Und wenn eben wahr, auch das erzählen mir auch unsere Reporterinnen und Reporter, dass das nicht leicht ist.
00:14:47: Denn es kommt ja hinzu, dass Merz nicht nur viel versprochen hat im Wahlkampf, was er jetzt nicht eins zu eins einlösen kann, sondern er regiert mit seiner Koalition auch echt mit einer hochdünnen Mehrheit.
00:14:57: Die haben nur eine Mehrheit von zwölf Stimmen im Deutschen Bundestag.
00:15:01: Und das heißt, es müssen alle dabei sein.
00:15:04: Und wenn man eben nicht rechtzeitig alle Strömungen in der Partei einbindet, wie das jetzt in dem Fall der Jungen Union so ist oder dieser jungen Gruppe der Abgeordneten, dann kriegt man ein Problem.
00:15:13: Und da muss man schon sagen, da fehlt offenkundig nicht nur Friedrich Merz, sondern wahrscheinlich auch seinem Kanzleramtsminister Thorsten Frey und möglicherweise auch dem Fraktionschef Jens Spahn ein bisschen die Erfahrung aus der Vergangenheit.
00:15:26: Also wie macht man das mit einer Regierung, die auf einem dünnen Brett steht, trotzdem verlässlich zu regieren?
00:15:33: Und da nehme ich eben wahr, dass die auch durchaus ein Kommunikationsproblem haben in ihrer Abstimmung.
00:15:38: Also sie werden häufig von ihren eigenen Themen überrascht.
00:15:41: Und das betrifft auch den Kanzler, Friedrich Merz neigt ja dazu, in seiner Art immer mal wieder was rauszuhauen, ob das jetzt die Stadtbilddebatte ist oder eine abschätzige Bemerkung über die Stadt Belém in Brasilien.
00:15:52: Dann redet er sich so in Rage und dann wundet er sich ein bisschen darüber, dass dann alle sich darüber empören oder viele Kontra dazu geben.
00:15:59: Und dann muss er das umständlich wieder einfangen.
00:16:01: Und das kostet viel Kraft und viel Zeit und die fehlen dann, um sich um die eigenen Leute zu kümmern.
00:16:06: Und wenn man eben sieht, wie frühere Kanzler oder Kanzlerin regiert haben, dann haben die sehr viel Zeit dafür aufgewendet, sich an der Basis umzutun.
00:16:14: Also Frau Merkel hat jeden Tag mit irgendwelchen Landesfürsten der CDU telefoniert oder auch mit Abgeordneten in den Landesparlamenten gesprochen.
00:16:23: Helmut Kohl hat das auf die Spitze getrieben.
00:16:25: Gut, ja, mit seinem ganzen Spendenskandal.
00:16:28: Aber er hat auch wirklich viel dafür getan, die Basis zu befrieden und hinter sich zu sammeln.
00:16:32: Und das fehlt hier bei diesem Bundeskanzler Friedrich Merz möglicherweise auch, weil er so lang aus der Politik weg gewesen ist.
00:16:40: Aussagen, die Friedrich Merz getätigt hat.
00:16:42: Die
00:16:42: sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne
00:16:44: neu machen und die
00:16:45: deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.
00:16:48: Wir leben in einem der schönsten Länder der Welt.
00:16:52: Und ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt, wer von euch würde denn gerne hier bleiben?
00:16:59: Da hat keiner die Hand gehoben.
00:17:01: Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.
00:17:05: Wie bewerten Sie denn dieser Aussagen?
00:17:07: Geht er zu ungestimmt
00:17:08: vor?
00:17:35: rum schwirrten.
00:17:35: Da muss man einfach sagen, dass bei Friedrich Merz eben immer wieder rauskommt, dass er nicht so viel darüber nachdenkt, wie er das Land zusammenführen kann, sondern sehr viel darüber, wer eigentlich nicht dazu gehört.
00:17:46: Die, die irgendwie nicht in Stadtbild passen, die, die zu arm sind, die, die seine Meinung machen, nicht genug leisten.
00:17:51: Oder wenn man es dann aufs internationale Level überträgt, die Länder, auf die er offensichtlich ein bisschen herabschaut, jetzt heute auch wieder eine Kommentar mit Brot, der an sich nicht schlimm ist, aber einfach so eine Lernkurve Minusbereich so ein bisschen zeigt.
00:18:03: Und da würde ich sagen, bei Friedrich durch März.
00:18:04: Das Problem ist nicht, dass er sagt, was er denkt, aber es ist halt manchmal das Problem, was er denkt und dass das ziemlich ausgrenzend ist.
00:18:10: Ich glaube aber, dass noch... ein struktureller Anteil dazukommt.
00:18:14: Neben dem, wie jetzt gerade März, da sehr, sehr ungeschickt agiert, muss man sagen, bestimmte Probleme, die die Ampelharte übertragen, sich jetzt auf die neue Regierung.
00:18:23: Dann kann man immer sagen, das liegt an den einzelnen Akteuren.
00:18:26: Ich erlebe aber auch was, dass es eigentlich wie einen Widerspruch von zwei Eigenlogiken gibt.
00:18:31: Und zwar zum einen gibt es eine sehr dünne Mehrheit.
00:18:33: Es gibt die Gefahr durch eine rechtsextreme Partei, gerade auch mit Blick auf die Wahlen im Osten im nächsten Jahr.
00:18:38: Das heißt, alles hat eigentlich immer dieses darmobles Schwert, sich schweben, wenn der Kompromiss nicht gefunden wird, dann scheitert die Regierung.
00:18:45: Und was bedeutet das für die Demokratie?
00:18:47: Markus Söder hat das mit der, aus meiner Sicht, falsch, aber ja doch sehr griffigen Behauptung der letzten Patrone.
00:18:54: Also alles hat immer diesen Gefühl von, das ist der letzte Schuss, den wir haben als Demokratie.
00:18:58: Daneben steht eine Logik von Gewinnen und Verlieren, die auch in den Medien oft sehr verbreitet ist.
00:19:03: Also dass eigentlich immer jede Partei das Gefühl hat, wir müssen uns doch selbst beweisen, wir müssen zeigen, dass wir uns durchgesetzt haben.
00:19:11: Ganz spannend, wenn ich im Land unterwegs bin, es fragen mich eigentlich nie Bürgerinnen und Bürger, ob das ein grüner Erfolg, ein gelber Erfolg, ein schwarz Erfolg ist.
00:19:18: Die wollen euch meistens wissen, wie funktioniert es, wie bezahlt man es, was heißt zu meiner Familie.
00:19:22: Aber es ist schon eine Eigenlogik, die im politischen Betrieb sehr ist.
00:19:25: Das heißt, man hat dauerhaft... die absolute existenzielle Notwendigkeit des Kompromisses und auf der anderen Seite dieses Gefühl von wir müssen uns doch selbst irgendwie beweisen.
00:19:34: Und beides geht eigentlich so ein bisschen an dem vorbei, was die Bürgerinnen und Bürger wollen, als ich glaube, eine Politik, die einfach ihren Alltag besser macht.
00:19:41: Und daraus müsste man eigentlich ausbrechen aus diesen Eigenlogiken.
00:19:44: Und ich glaube, das gilt erst mal für jede Partei, Gaudel des Friedrichs Merz an der Spitze Stirnt oder bis davor Olaf Scholz war.
00:19:50: Das möchte ich gerne unterstreichen, denn das fehlt mir auch.
00:19:53: Also die Bereitschaft, sich auf Kompromisse einzulassen und auch das Anerkennen, dass Kompromisse etwas Gutes sind.
00:19:59: Also ich kriege häufig auch aus unserer Leserschaft den Eindruck zurückgespielt, na ja, dann kommt da wieder irgendein Kuhhandel bei raus, bei so einer Rentendematte wie gegenwärtig.
00:20:07: Das ist aber richtig so.
00:20:08: Denn in einer Demokratie, erst recht in einer mit sehr heterogenen Milieus wie in unserem Land, geht das gar nicht anders, als dass man sich irgendwie ins Benehmen setzt und eben nicht eine Richtung sich mit dem Kopf durch die Wand durchsetzt.
00:20:21: sondern dass alle ein bisschen Abstriche machen bei ihren Maximalforderungen und am Ende etwas rauskommt, was eben möglichst viele Milieus und viele gesellschaftliche Gruppen bedient.
00:20:30: Und das so zu diskreditieren, das macht mir große Sorgen.
00:20:32: Ich finde es da ehrlich gesagt ziemlich gut, wie der Bundespräsident vorgeht, der immer wieder sagt, wir müssen Kompromisse schließen.
00:20:38: Es geht gar nicht anders.
00:20:40: Und wir müssen uns auch diese Bereitschaft erhalten, Kompromisse zu schließen.
00:20:43: Das ist leider Gottes insbesondere auch durch die unseligen Mechanismen der sozialen Medien heute nicht mehr selbstverständlich.
00:20:50: Das ist übrigens auch eine Grundvoraussetzung für die Generationengerechtigkeit.
00:20:54: Denn Generationengerechtigkeit ist in gewisser Weise immer ein Kompromiss und zwar ein Kompromiss mit der Zukunft.
00:20:59: Also, dass ich in der Gegenwart bestimmte Abstriche mache, das heißt auf kurzfristige Gewinne, Verzichte oder auch mal gewisse Veränderungen hinnehme, um für die Zukunft Freiheit, Stabilität, Sicherheit zu erhalten.
00:21:12: Und gerade diese Mechanismen, die wir besprochen haben, auch die Abwertung des Kompromisses.
00:21:16: Eine Politik, die denkt, ich kann den Bürgerinnen überhaupt nichts mehr... damit ja auch zeigt, dass sie den Bürgerinnen und Bürgern gar nicht mehr vertraut.
00:21:23: Die wird immer dafür sorgen, dass ich das kurzfristige, übers langfristige priorisiere, dass ich vor allem für die nächsten zwei bis drei Jahre Politik mache und nicht darüber nachdenke, was das in zehn Jahren bedeutet.
00:21:34: Und das heißt am Ende, dass die Jugend, egal ob bei der Rente, bei der Bildung oder beim Klimaschutz, immer immer wieder hinten runterfällt.
00:21:40: Und das erleben wir leider gerade auch mit der jetzigen Regierung.
00:21:43: Wobei sich da, glaube ich, die Grünen oder viele Anhänger der Grünen schon auch an die eigene Nase fassen müssen.
00:21:46: Also Klimaschutz ist ja ein gutes Beispiel.
00:21:48: Eigentlich, wenn man sich ganz nüchtern die Fakten ansieht, kommt man zu dem Ergebnis, dass man sofort handeln muss.
00:21:54: Eigentlich muss man den CO-Zwei-Ausstoß sofort massiv drosseln.
00:21:57: Das ist in der gegenwärtigen Situation kaum möglich, auch weil wir eben gleichzeitig aus der Kernkraft und der Kohle aussteigen und die erneuerbaren noch nicht ganz so weit sind, wie sie denn sein könnten.
00:22:06: Und deshalb muss man irgendwie Kompromisse machen.
00:22:08: Und wenn man dann eben sieht, okay, jetzt versucht eine Bundesregierung, die Ampel hat schon versucht, Rote Koalition versucht es auch, zum Beispiel mehr Gaskraftwerke zu bauen.
00:22:15: Dann sieht man eben insbesondere auch von jüngeren Klima- und Umweltschützern sofort das Maximallargument, dass es alles falsch, das ist komplett widersinnig und das geht gar nicht.
00:22:24: Und das ist eben diese Haltung, die dann keinen Kompromiss ermöglicht.
00:22:27: und Kompromisse sind manchmal bitter.
00:22:29: Kompromisse haben manchmal Folgen, die nicht schön sind, aber am Ende sind sie eben das Mittel in einer Demokratie, um alle irgendwie mitzunehmen.
00:22:36: Aber wenn man das sagen muss, ist das was die Regierung gerade unter Katharina Reiche macht, ja eben kein Kompromiss ist also eine... Bewegung von Energiesicherheit und Klimaschutz.
00:22:44: Denn auch wir haben ja durchaus gesagt, es wird neue Gaskraftwerke brauchen.
00:22:48: Aber die sollten immer, was das doch ready sein.
00:22:50: Das war als eine Verlässlichkeit, dass die dann auch umgesattelt werden können.
00:22:53: Und es sollen keine neuen, dauerhaften Abhängigkeiten entstehen.
00:22:57: So wie Katarina Breiche, das gerade plant, in dem Maße, wo sie Gaskraftwerke bauen will, dann die Drosselung der neuerbaren Energien, zum Beispiel in dem der Bonus für private Solarpanels gestrichen wird.
00:23:08: Und sogar das Vorgehen vor Borkum, also dass man in einem Weltnaturerbe bereit ist, da auch Gasfelder zu eröffnen.
00:23:14: Das zeigt eben, dass die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden, als wir machen, uns abhängig von Gas, statt es als eine Übergangstechnologie zu verstehen.
00:23:21: Und dass der Klimaschutz nicht nur als Teil einer Abwägung gesehen wird, sondern zum Bissen der Gedanke ist, den Kammel mit den Grünen jetzt komplett in die Opposition verbannen, weil das interessiert ja niemand mehr.
00:23:31: Das Problem ist, dass Klima interessiert es halt nicht, ob es gerade auf der Titelseite der Bildseitung ist.
00:23:35: Erst mal existiert die Klimakrise als physikalische Realität weiter.
00:23:39: Ich war vor mal einen kurzen Blick auf die Uhr und würde weiterführen zu einem Thema, das Sie vorhin schon angesprochen haben.
00:23:44: Sie sagten, Sie finden es gut, wenn Dinge offen angesprochen werden.
00:23:47: Kommen wir zu authentischen Antworten von Ihnen.
00:23:50: Bevor wir Sie, Frau Lang, mit unserem Fragenhagel konfrontieren, ein kurzer Spot.
00:24:00: Für jedes Kind helfen Sie mit einer Spende unter unicef.de-tagesanbruch.
00:24:18: Kommen wir jetzt zu unserer Premiere, dem Fragenhagel.
00:24:20: Wir haben fünf Fragen vorbereitet, fünf kurze Fragen und brauchen fünf kurze Antworten.
00:24:25: Ich rede meistens sehr schnell, aber nicht so kurz, aber ich geb mir Mühe.
00:24:29: Die erste Frage ist, was denken Sie, wenn Sie Friedrich Merz sehen?
00:24:32: Hallo.
00:24:34: Kommt drauf an, was er gerade eben gesagt hat.
00:24:37: Welche politische Entscheidungen würden Sie sofort rückgängig machen, wenn Sie könnten?
00:24:41: Während der Corona-Pandemie, dass auch, dass die Kitas so lange geschlossen waren.
00:24:45: Was wünschen Sie sich für die nächsten zwölf Monate?
00:24:47: Hoffnung.
00:24:48: Worüber können Sie immer lachen?
00:24:50: Ähm, Herr der Ringe-Beam.
00:24:52: Twitter, Instagram und TikTok, da sind wir schon beim Thema, welche Plattform löschen Sie als Erste?
00:24:57: Von denen?
00:24:58: Twitter oder X. Das ist schon mittlerweile, muss man sagen.
00:25:02: Ich lösche es trotzdem nicht, weil ich nichts davon halte, sich in Flassen zurück zu sein.
00:25:06: Aber es ist schon ein bisschen Moloch geworden an vielen Stellen.
00:25:11: Von diesen schnellen Fragen und Antworten kommen wir einmal zu einem Thema, bei dem ja Schnelligkeit auf den Ton bestimmt.
00:25:16: Die Rede ist von sozialen Medien.
00:25:18: Frau Lang, Sie sind da sehr präsent, fast präsenter als die Grünen an sich.
00:25:22: Was bekommen Sie dort, was klassische Politik oder auch klassische Medien nicht leisten können?
00:25:27: Man hat einen sehr unmittelbaren Zugang zu Menschen.
00:25:29: Das habe ich natürlich in der Wahlkreisarbeit zum Beispiel auch.
00:25:31: Also wenn ich Bürgersprechstunden mache, kriege ich da sehr unverblümt rückgemeldet, was treibt die Leute gerade um, was interessiert sie?
00:25:38: und man hat ein persönliches Gespräch.
00:25:39: Das ist natürlich aber was, was ich nicht unendlich weit skalieren kann.
00:25:44: Und man hat da natürlich eine Möglichkeit, auf der einen Seite Politik sehr nahbar zu machen und auf der anderen Seite auch Menschen zu erreichen, die sich vielleicht nicht jeden Tag die Fats durchlesen oder politische Podcasts hören, sondern... auf TikTok rumscrollen, mal ein Video von Riccala Langzehn.
00:26:18: Ich sehe es eher kritisch.
00:26:20: Ich glaube, ein gewisses Maß kann man sich da erlauben.
00:26:23: Aber man muss schon sehr aufpassen, dass es nicht lächerlich wird.
00:26:27: beispielsweise Markus Söder tut, denn sich jeden Tag beim Essen abfilmen zu lassen, finde ich lächerlich.
00:26:32: Schlichtweg lächerlich und auch seinem Amt nicht angemessen.
00:26:34: Ich finde es auch nicht sonderlich charmant, jetzt irgendwie aus einem Rockkonzert oder Popkonzert, dann als Politikerin Videos zu posten und zwar schlicht und einfach aus dem Grund, weil es eigentlich der Rolle nicht so richtig gemäß wird.
00:26:45: Und weil ich schon wahrnehme, dass dann zwar manche Leute das ganz gut finden, insbesondere Jüngere, dass aber andere dann eher abgeschreckt sind und den Eindruck haben, na das ist ja wirklich sehr dünne, was da jetzt kommt.
00:26:55: Ich habe aber eigentlich ganz andere anderes Problem mit den sozialen Medien, weshalb wir bei der Ondern auch sehr zurückhaltend sind.
00:27:00: Die sozialen Medien sind ein riesengroßer Resonanzraum, aus dem man viel spannendes entnehmen kann.
00:27:05: Zugleich sind sie eine Geißel, weil sie unsere Gesellschaft spalten, weil sie nach Algorithmen funktionieren, die wir nicht in der Hand haben, sondern die irgendwo im Silicon Valley oder in China bestimmt werden und die dazu führen, dass Menschen in Filterblasen eingesperrt werden und sich nicht mehr daraus befreien können und dort ein Abbild der Wirklichkeit vorgegaukelt bekommen.
00:27:23: was häufig ihr eigenes Weltbild bestätigt, aber eben nicht mehr der Realität entspricht und sich deshalb anfangen zu radikalisieren.
00:27:30: Das beginnt manchmal im Kleinen, ganz banal, ganz harmlos mit irgendwelchen Filmchen und endet dann aber irgendwann in einer extremen Radikalisierung oder eben darin, dass man gar nicht mehr mit anderen Menschen reden möchte, dass man nur noch übereinander statt miteinander redet, dass man Stuss rausblässt, statt sich um Wahrhaftigkeit zu bemühen.
00:27:46: Und genau mit diesen Algorithmen und auch mit den Bots, die da unterwegs sind, verdienen diese großen Firmen zig Milliarden.
00:27:54: Und sie machen das absichtlich, dass sie die Menschen gegeneinander aufhetzen.
00:27:57: Also nur mal so eine Zahl.
00:27:58: Meta, die Facebook-Mutter, hat sechzehn Milliarden Dollar verdient mit Schmu, mit Fake News.
00:28:05: Und wir lassen das zu.
00:28:06: Wir haben zwar in Brüssel mittlerweile ganz gute Gesetzgebung, Digital Services Act, Digital Markets Act, aber sie werden eben nicht konsequent durchgesetzt.
00:28:13: Und was es braucht, meine Ansicht nach, dringend braucht, auch um unsere Gesellschaft zu schützen, ist erstens, dass diese Plattformen nach den selben Kriterien behandelt werden wie Medien.
00:28:23: Also so wie ich als Chefredakteur die Verantwortung für die auf der online veröffentlichten Inhalte habe, müsste Mark Zuckerberg oder Elon Musk auch die Verantwortung übernehmen.
00:28:30: Und dann sehe ich das nämlich sehr schnell sehr anders aus, was da alles unterwegs ist auf diesen Plattformen.
00:28:34: Zweitens müssen sie meines Erachtens nach gezwungen werden, ihre Algorithmen offen zu legen, damit man beurteilen kann, entspricht das dem, wie wir hierzulande Öffentlichkeit und öffentliche Informationen organisieren wollen.
00:28:45: Und drittens wäre es echt an der Zeit, dass die faire Steuern zahlen, da wo sie die Gewinne erwirtschaften, nämlich in dem Fall in Deutschland, und sich nicht in schlanken Fuß machen und dann in der Steueroase irgendwo in Irland ihre Gewinne schäffeln, während hierzulande andere Firmen nach ganz anderen Kriterien behandelt werden.
00:28:59: Also unterm Strich, es braucht eigentlich für alle dieselben Regeln und Deswegen ist das nicht so, wir spielen nach unterschiedlichen Regeln.
00:29:06: Frau Lang, die Frage an Sie, glauben Sie, Sie kommen aus dieser Filterblase raus und erreichen Sie dort auch die Menschen, die Sie auch wirklich erreichen möchten?
00:29:13: In
00:29:13: Teilen ja, aber natürlich gibt es genau diese Dynamiken, gerade von H-Arms, besprochen worden.
00:29:18: Und ehrlicherweise, sie sprechen mir dann vielen Stellen aus dem Herzen.
00:29:21: Denn ich nutze die sozialen Medien, weil solange sie die Bedeutung haben, die sie haben, fände ich es falsch, sie denenjenigen, die Angst und Hass zu ihrem politischen Geschäft machen, zu überlassen.
00:29:30: Das haben wir ja bei TikTok gesehen, dass in Zeit lang eigentlich nur die AfD dort präsent war, demokratische Parteien zu gut wie überhaupt nicht.
00:29:36: Ich würde sagen, das hatte durchaus auch Auswirkungen auf das Wahlverhalten von jüngeren Menschen, insbesondere von jüngeren.
00:29:42: Männern.
00:29:43: Und trotzdem finde ich, dass die sozialen Medien, wie sie gerade ausgestaltet sind, also in der Hand von einzelnen Tech-Oligarchen, unsere Gesellschaft mehr spalten, als sie es eigentlich ist.
00:29:54: Denn es ist ja tatsächlich so, diese Tech-Oligarchen, die gerade auch angesprochen wurden, sei es Zuckerberg oder sei es Elon Musk, die wollen ja wirklich ein neues System aus meiner Sicht, ein rechtes Stärkeren, ein rechtes Reicheren in der Verbindung von finanzieller Macht mit Firmen, die keine Steuern zahlen in Europa ohne Digitalsteuer.
00:30:11: wie Digitalsteuer brauchen, mit politischer Macht, indem sie zunehmend Einfluss auf Wahl nehmen.
00:30:17: Wir haben das bei den Wahlempfehlungen von Elon Musk gesehen und mit kommunikativer Macht, indem sie über die Meinungsbildung auf den sozialen Netzwerken entscheiden.
00:30:25: Und viele denken, wir wären als Politik, als demokratische Politik dagegen, wehrlos.
00:30:30: Das sind wir aber tatsächlich nicht.
00:30:32: Wir müssen nicht hinnehmen, dass die Algorithmen uns unbekannt sind, dass da, wo wir was wissen, sie eigentlich immer nach dem Prinzip der Empörung funktionieren.
00:30:41: Da ist vor Kurzem auf einem Podium mit jemandem von TikTok, der meinte, es ist ja einfach Interesse.
00:30:45: Wenn die Leute hinschauen, dann zeigt, dass sie Interesse haben.
00:30:48: Wenn ich das mal übertrage, ganz blöd gesagt, wenn ich auf der Straße entlang laufe und jemand neben mir auf die Straße kotzt, dann schau ich auch hin, weil ich es irgendwie faszinierend oder auch schockierend finde.
00:30:57: Heißt, dass ich den lieben langen Tag sehen will, die Leute auf die Straße kotzen?
00:30:59: Nein.
00:31:00: Sondern das heißt erst mal Mechanismen von Empörung, von Angst, von Wut vielleicht, über was funktionieren, die uns aber wie gesagt vier gespaltener machen, als wir es als Land in Europa in Deutschland eigentlich sind.
00:31:10: Und deshalb finde ich, was wir tun müssten, das ist eine wurde schon angesprochen, der Digital Service Acts gibt der Europäischen Kommission die Handhabe da, wo Plattformen systemische Risiken ignorieren.
00:31:21: Das ist bei X aus meiner Sicht der Fall, das ist bei TikTok der Fall und das ist auch bei Meta der Fall.
00:31:25: Kann man eingreifen, sagen A, die Algorithmen müssen öffentlich gelegt werden und B, die können auch verändert werden, nicht in dem Sinn, dass die Europäische Kommission über die Algorithmen entscheidet.
00:31:35: Ich will nicht, dass das jetzt Ursula von der Leyen macht, sondern dass die wieder auf reales Interesse zurückgehen, als das Leute angeben.
00:31:41: Das Thema interessiert mich.
00:31:42: Der Person will ich folgen, dem will ich immer, dem will ich mich irgendwie auch aussetzen.
00:31:48: Das heißt, es werden immer noch Leute sich Inhalte von Rechtsextremen anschauen.
00:31:51: Das kann ich nicht verhindern, aber es werden nicht Leute zugespült mit diesem Kram, einfach weil es nach Angst und was hast du funktioniert, sondern es geht wieder danach, was die Leute eigentlich sehen wollen.
00:32:00: Bisher wird dieser Teil des Service Acts nicht umgesetzt, weil Donald Trump und sein Vizepräsident J.D.
00:32:06: Vance immer wieder gedroht haben, wenn ihr das macht, dann gibt es Fölle.
00:32:10: Aber ganz ehrlich, die Zölle gibt es gerade sowieso.
00:32:13: Und ich finde, bei der Frage, worüber wir in einem Demokratie diskutieren, dürfen wir uns weder abhängig machen von ihnen ein Mask noch uns erpressen lassen von Donald Trump.
00:32:21: Da sind wir einer Meinung.
00:32:23: Kommen wir auf die Kommentare, die ja gerade online oft viel schneller, härter und ja auch verletzender sind als im... realen Leben.
00:32:30: Frau Lang, ihr Körper wurde ja über Jahre politisiert.
00:32:33: Häufig auf wirklich auch grausame Arzt.
00:32:35: Sie haben sich in diesem Jahr stark verändert, vierzig Kilo abgenommen.
00:32:38: War das für Sie eine Form von Selbstschutz oder ein ganz persönlicher Schritt?
00:32:42: Nö, das war tatsächlich ein persönlicher Schritt.
00:32:44: Also natürlich kommt das als gewisser Vorteil noch dazu, dass man da eine gewisse Angriffsfläche nicht mehr gibt.
00:32:51: Aber da muss man auch ein bisschen sagen, die, die sich da wirklich an einem abarbeiten, die finden auch eine andere.
00:32:56: Also während man dick ist es der Körper.
00:32:58: Es ist kein Studienabschluss, wenn man einen Studienabschluss hat, ist es zu wenig Berufserfahrung.
00:33:03: Also ich glaube, wenn man versucht, es den Kommentarspalten bei Twitter recht zu machen, dann kann man daran nur scheitern.
00:33:08: Da wurden Spielregeln aufgestellt, die man nur verlieren kann.
00:33:11: Ich glaube, ich muss selbst Eigenspielregeln definieren.
00:33:14: Für mich war es tatsächlich der Punkt, wo ich dreißig geworden bin, dass ich da einfach gedacht habe, naja, du hast wahrscheinlich noch ein paar Jahre lang einen anstrengenden Job.
00:33:21: Da dachte ich auch, ich bleib noch ein paar Jahre Parteivorsitzend.
00:33:23: Das ist nicht so gekommen, aber anstrengend.
00:33:25: Vielleicht der Job trotzdem.
00:33:26: Du willst irgendwann mal Familie... Du willst halt auch in zwanzig und dreißig Jahren noch fit sein, dich gut bewegen können.
00:33:31: Und deshalb war das so ein Moment, wo ich dachte, da ende ich jetzt mal was und hat mir auch sehr gut getan im Großen und Ganzen.
00:33:37: Aber war es hart?
00:33:38: Muss ich mal aus persönlicher Interesse fragen?
00:33:40: Ja.
00:33:41: Also es gibt ja manchmal diese Erzählung, ich kenne es so in so auch Videos, dass ich oft als auch schon, ja es läuft so, so kannst du abnehmen, vollkommen ohne Verzicht, das natürlich Bullshit.
00:33:49: Also erstmal ist das harte Arbeit, ist das auch viel Verzicht.
00:33:53: Das sind auch schöne Teilen, bei Sport war es zum Beispiel bei mir so, dass ich... Eines von diesen Kindern war das sehr unter dem Schul- und Sportunterricht gelitten hat.
00:34:01: Ich finde übrigens auch, wie der Sportunterricht der Schule abläuft, ist ein Riesenproblem, weil da, glaube ich, ganz viele Kinder, wie ich rausgehen, denken, ich hasse Sport und ich bin darin total schlecht.
00:34:09: Und dann, wenn sie Glück haben, erst später merken, hey, das macht mir total Spaß, wenn es nicht mit Noten verbunden ist, wenn es nicht mit Blamarschen vor anderen Leuten verbunden ist.
00:34:17: Also es gibt auch die schönen Teile, aber es ist am Ende viel Disziplin und viel harte Arbeit.
00:34:22: Wie haben Sie das geschafft, schlussendlich?
00:34:25: Genaue Tipps werde ich jetzt gerade nicht geben.
00:34:27: Es gab nämlich immer, als ich Parteivorsitzende war, so eine Meme oder so ein Gerücht darüber.
00:34:33: Ich würde ja dauernd Ernährungstipps geben.
00:34:35: Das habe ich damals nicht gemacht, als ich mehr gewogen habe.
00:34:37: Und ich fände es auch jetzt unpassend, das als Politikerin zu machen.
00:34:41: Das ist nicht meine Aufgabe.
00:34:42: Am Ende waren es tatsächlich klassische Umstellungen bei Ernährung und bei Bewegung.
00:34:46: Kommen wir damit zu unserer zweiten neuen Rubrik, was wir übersehen.
00:34:51: Da können unsere Gäste ein Thema benennen, das ihrer Meinung nach in der aktuellen und öffentlichen Debatte zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.
00:34:58: Frau Lang, was ist das aus ihrer Sicht?
00:35:00: Das ist die Klimakonferenz in Belemme, was jetzt erstmal eigenartig klingen wird, weil alle denken, hey, da haben wir noch eine ganze Woche lang drüber geredet.
00:35:07: Was ich aber auffallend fand, wir haben sehr, sehr viel über den einen Satz von Friedrich Merz geredet, der offensichtlich verunglückt war und auch nicht zu unrecht sehr, sehr viel diplomatische Probleme in Brasilien ausgelöst hat.
00:35:20: Und trotzdem hat es mich gestört, dass wir darüber offensichtlich sehr viel mehr geredet haben, als darüber, was verhandelt wurde auf der Weltkonferenz.
00:35:27: Denn das war ganz interessant.
00:35:28: Dort ging es um die Frage, ob wir es schaffen, global auszusteigen aus den fossilen Energien.
00:35:33: Am Ende gab es eine Blockade von vor allem den Ölstaaten.
00:35:36: Saudi-Arabien tritt da mittlerweile auch sehr selbstbewusst aus.
00:35:40: Und es haben sich aber auch neue Bündnisse formiert, vor allem wenn wir auf den globalen Süden schauen.
00:35:45: Von Staaten, die sagen, wir wollen hier einen Schritt vorangehen, wir wollen aber, dass es auch sozial gerecht entsteht.
00:35:50: Und ich würde mir wünschen, dass Deutschland nach Europa hier in den nächsten Jahren vor allem auf neue Partnerschaften, insbesondere mit Ländern aus den globalen Süden setzt.
00:35:59: Wir haben die Systemkonkurrenz mit Russland und mit China.
00:36:02: Wir haben USA als zunehmend weniger verlässlichen Partner.
00:36:05: Wir brauchen hier neue Allianzen, neue Bündnisse.
00:36:08: Und vielleicht schaffen wir es auch in Zukunft bei der Weltklimakonferenz, nicht nur über einzelne, dussigliche Gesetze zu reden, sondern wirklich auch darüber, was gerade global beim Klimaschutz passiert.
00:36:16: Ich glaube aber, dass wir nicht nur neue Allianzen brauchen, vielleicht auch neue Themen, sondern auch zum Teil neue Foren.
00:36:21: Denn die Art und Weise, wie diese Klimakonferenzen mittlerweile stattfinden, sind echt teils absurd.
00:36:27: Also nun mal so aus unserem Alltag heraus geschildert, Nicole, wenn man da als Journalist hätte hinfahren wollen und wir haben das in dem Fall nicht gemacht, dann kommen wir locker Hotelkosten von sechs, sieben, achttausend Euro zustande.
00:36:37: in dieser Stadt Belem, die eigentlich völlig überfordert ist, so einen riesen Gipfel auszurichten.
00:36:41: Das sind Mammutveranstaltungen und wenn man es ja gerade gehört, da gehen dann die unterschiedlichen Delegationen rein mit ihren klaren Interessen, auch zum Teil die Lobbyverbände und alles konzentriert sich dann auf diesen einen Moment und am Ende gibt es ein Dokument mit einer besseren oder schlechteren Formulierung, was jetzt in den folgenden Jahren zu geschehen hat.
00:36:58: Das reicht nicht mehr.
00:37:00: Die Herausforderung durch die Klimakrise ist so gewaltig, dass wir andere Foren schaffen müssen und ich finde es deshalb Wirklich verheerend, was die Bundesregierung gegenwärtig für ein Signal setzt, denn wenn das stimmt, was gerade kolportiert wird, dann setzt sie nicht mehr auf diese Bürgerräte und wird dieses Forum der öffentlichen Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern abschaffen und wird dafür auch kein Geld mehr aufwenden.
00:37:22: Wir haben hier im Podcast auch schon darüber gesprochen über den ersten nationalen Bundesrat, der beschäftigte sich mit dem Thema Ernährung, auch nachhaltige Ernährung, hat auch eine Folge für Umwelt und Klima.
00:37:31: Daraus wird aber wahrscheinlich nicht mehr viel entstehen und weitere Initiativen, weitere Ideen für die Beteiligung von eben mehr Menschen an diesen demokratischen Prozessen durch den Bürgerrat wird es dann jetzt erst mal unter dieser Regierung nicht geben.
00:37:43: Ich finde das schlecht.
00:37:44: Das ist kein gutes Signal.
00:37:46: Da kann ich mich nur anschließen.
00:37:47: Ich komme ja selbst aus Baden-Württemberg, wo wir mit der Politik des Gehörtwerdens neue Elemente in die parlamentarische Demokratie sehr stark eingeführt haben unter anderem E-Mach-Bürgeräte und damit extrem gute Erfahrungen gemacht haben.
00:38:00: Weil das sachliche Debatten ermöglicht, wo Menschen, die am Anfang da reinkommen und denken, wir sind hier meilenweit auseinander, plötzlich aufeinander zugehen, auseinander zuhören und konstruktive Lösungen arbeiten.
00:38:10: Und gerade in der Zeit, wo das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie und auf... in die Parteien, insbesondere in Ostdeutschland, aber bei Weibn nicht nur dort abgenommen hat.
00:38:20: Das sind Bürgerräte, kein Allheilmittel, aber sie sind eine Möglichkeit, um Menschen überhaupt erst wieder ein Gefühl zu geben von, hier kannst du mitreden, hier willst du auch mitmachen.
00:38:30: Und ich finde zum Beispiel die Debatte, die wir gerade führen über den Wehrdienst, das ist doch absurd, dass die hier nur im Ping-Pong zwischen den verschiedenen Parteien geführt wird, mit den jungen Menschen, die davon betroffen sind, redet niemand, die sind vollkommen außen vor, Das wäre doch ein Thema, warum macht man nicht ein Bürgerrat?
00:38:46: Vielleicht sogar auch ein mit einer stimmten Generation, wo man über das Thema Werbpflicht, über das Thema Gesellschaftsjahr, was da auch rumgeht, kann man dafür sein, kann man dagegen sein, überhaupt erst mal mit jungen Menschen darüber reden, was wollt ihr?
00:38:57: Denn wie stehlt ihr euch das vor?
00:38:58: Stattdessen gibt man das Gefühl, na ja, für euch interessieren wir euch gar nicht, nicht glauben in Politik.
00:39:03: Sie dauerhaft nicht mit ihren Bürgern redet, die wird diese Bürger einfach verlieren.
00:39:06: Viele Ideen.
00:39:07: Wir kommen aber zum Ende unserer heutigen Folge.
00:39:10: Vielen Dank, Riccada Lang.
00:39:11: Sehr, sehr gerne.
00:39:13: Und auch an dich, Florian.
00:39:14: Vielen Dank.
00:39:15: Hat Ihnen die Behörer der Podcast gefallen?
00:39:17: Haben Sie Anmerkungen oder Fragen, dann melden Sie sich sehr gerne an podcast.httionland.de und bewerten Sie sehr gerne bei Apple Podcast oder Spotify.
00:39:25: Wir hören uns, wenn Sie mögen, nächste Woche wieder beim Tier-Online-Tages-Anbruch.
00:39:29: Die Diskussion.